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„Da muss vorher etwas zerbrochen sein“: Die interne WDR-Debatte über Corona-Berichte

WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn sieht Fehler in der Berichterstattung über Corona. Im Gespräch mit Übermedien sagt er unter anderem, die Debatte um Grundrechts-Fragen hätte von Medien „früher und deutlicher“ aufgegriffen werden müssen. Es habe anfangs eine „gesellschaftliche Schockstarre“ gegeben, in der auch Medien unreflektiert angenommen hätten, was von der Politik entschieden wurde. Auch Journalisten seien „Teil des breiten Stroms“ gewesen.

Innerhalb des Westdeutschen Rundfunks wird seit einigen Wochen darüber diskutiert, wie mit dem Thema Corona umzugehen ist – und mit Kritik an der Berichterstattung, zum Beispiel im Zuge einer Online-Petition, zu der es diese Woche eine Videokonferenz geben soll. Angestoßen hat die Debatte der Fernsehdirektor in zwei internen Rundschreiben, die wir hier dokumentieren; außerdem haben wir Schönenborn gefragt, wie er die Berichterstattung heute bewertet.


Jörg Schönenborn WDR/Herby Sachs

Mitte September war Jörg Schönenborn ratlos, „trotz Nachdenkens“. So teilte es der WDR-Fernsehdirektor seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der „Programmpost“ mit, einem internen Rundschreiben, das immer freitags versendet wird. Ratlos machten Schönenborn nach eigenen Angaben zwei Begegnungen mit Menschen, die kritisierten, wie der Sender über die Corona-Pandemie berichtet. Was Schönenborn nicht nachvollziehen konnte.

Die erste Begegnung schildert er so: Ein Freund, den er „seit Jahrzehnten….