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Die Show rundum Nawalnys Rückkehr

Mit Nawalny zusammen saßen ranghohe Beamte des deutschen Innenministeriums und zahlreiche Reporter diverser westlicher und transatlantischer TV-Sender wie CNN, BBC und Reuters, die selbstverständlich erzeugte Bilder fixieren sollten.

Am Flughafen Vnukovo in Moskau kamen rund 500 Anhänger Nawalnys in froher Erwartung und des medialen Bildes. 500 in einer Stadt wie Moskau mit rund 20 Millionen Einwohnern nicht besonders viel. Entweder absichtlich oder unabsichtlich – aufgrund von starkem Schnee – wurde der Flug in den anderen Moskauer Flughafen Scheremetevo umgeleitet, wie mehrere Flüge kurz danach auch. Nach der Ankunft kam keine Polizei ins Flugzeug um Nawalny abzuholen. Er fuhr mit all den westlichen Journalisten vom Rollfeld in den Flughafen, wo er bei der Passkontrolle von Beamten der russischen Strafvollzugsbehörde FSIN freundlich verhaftet wurde – auf Basis eines öffentlich bekannten gerichtlichen Beschlusses vom 29.12.20 eines russischen Gerichts (wegen Veruntreuung von Spendengeldern seines Fonds für rein private Luxusausgaben wie Immobilien und Urlaub).

Wie gut zu erkennen gewesen ist, war Nawalny und seine Frau wie auch die Gefolgschaft sehr überrascht. Wahrscheinlich wurde ihnen von Seiten westlicher Geheimdiensten & Politik ein etwas anderer Ankunftsablauf versprochen. Im Flugzeug (beim Start in Berlin) hatte Nawalny noch sehr selbstsicher und überheblich gesagt „Mich verhaften? Das ist unmöglich!“ Doch wenn man per Gerichtsbeschluss gesucht wird und statt der Vorladung des Gerichts zu folgen eher Urlaubsbilder vom Jogging im deutschen Schwarzwald erzeugt und Interviews gibt, ist eine Festnahme alternativlos, sofern der Staat (in dem Fall die Russische Föderation) eine funktionierende Justiz und Behörden hat. Im Grunde genommen – ist Herr Nawalny als pro-westlicher Anti-Putin-Oppositionelle für die westlichen längst unwichtig eher sogar lästig geworden, zumindest lebend.

Nawalny darf aufgrund seiner Vorstrafen gar nicht mehr für hohe Politik wie das Amt des Präsidenten kandidieren. Auch seine Popularität ist in Russland eher unterschwellig nahe der 0,1 bis 1,0%-Schwelle einzuordnen. Sie würden ihn eher viel lieber längst als einen „Märtyrer“ sehen wollen – entweder im Grab mit „tollen“ medialen Bildern oder im Gefängnis – so dass sie wie im Falle Weißrusslands (dort Frau Tichanowskaja) die Ehefrau Nawalnys, Julia Nawalny den politischen Vortritt geben und sie als eine Art „Jeanne d’Arc“ gegen Russland und den russischen Präsidenten Wladimir Putin ausspielen, als Präsidentschaftskandidatin bei den Wahlen 2024 – mit einem im Gefängnis sitzenden Ehemann (oder im Grab liegenden) im Sinne eines politischen Opfers. Ihr versteht.