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Die Zukunft!? Speichern von medizinischen Informationen unter der Hautoberfläche
Second Bay Studios

Die Zukunft!? Speichern von medizinischen Informationen unter der Hautoberfläche

Ein spezieller Farbstoff, der zusammen mit einem Impfstoff geliefert wird, könnte eine „On-Patient“-Speicherung der Impfhistorie ermöglichen.

Die Zukunft!? Speichern von medizinischen Informationen unter der Hautoberfläche
MIT-Ingenieure haben eine Möglichkeit entwickelt, medizinische Informationen unter der Haut zu speichern. Sie verwenden dazu einen Quantenpunkt-Farbstoff, der zusammen mit einem Impfstoff über ein Mikronadelpflaster abgegeben wird. Der Farbstoff, der für das bloße Auge unsichtbar ist, kann später mit einem speziell angepassten Smartphone ausgelesen werden. Bild: Second Bay Studios

Künftig trägt man seinen Impfpass unter der Haut – zumindest wenn es nach Forschern des Massachusetts Institute of Technology (MIT) geht. Die Impfgeschichte erzählt ein Farbmuster, das mit der Impfdosis in die Haut gespritzt wird.

Für das bloße Auge ist das nicht zu erkennen. Die Farbe enthält Quantenpunkte, Kristalle nicht größer als ein paar Nanometer. Diese senden Nahinfrarotsignale, die per Kamera ausgelesen werden. Die Farbsignale sind Jahre aktiv. Die Partikel sind in biokompatibles Material eingekapselt, sodass sie nicht auf „Wanderschaft“ gehen können.

Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Forschung jetzt im Journal Science Translational Medicine.

Diese Technik ermöglicht die schnelle Überprüfung der Impfgeschichte, sodass sichergestellt ist, dass alle Kinder geimpft werden

Kevin McHugh

Die unsichtbare Form des Impfpasses ist vor allem für Regionen gedacht, in denen Impfpässe schnell verlorengehen. Die Ausrüstung für die Ärzte, die den Farbimpfpass auslesen müssen, ist nicht teuer. Es gibt sogar Smartphones mit serienmäßig eingebauter Infrarotkamera. Weil viele Menschen nicht darauf achten, sich rechtzeitig eine Auffrischungsimpfung zu holen, sterben in diesen Regionen jährlich 1,5 Mio. Menschen. „Diese Technik ermöglicht die schnelle Überprüfung der Impfgeschichte, sodass sichergestellt ist, dass alle Kinder geimpft werden“, so der einstige MIT-Doktorand Kevin McHugh. Vor Jahren machten sich McHugh und andere MIT-Forscher daran, ein Verfahren zu entwickeln, um einen sicheren Ersatz für den traditionellen Impfpass zu schaffen. Eine zentrale Datenbank oder eine andere Infrastruktur sollte nicht aufgebaut werden. Trotzdem soll eine Kontrolle möglich sein, dass alle Impftermine eingehalten werden. Viele Impfungen gegen Krankheiten wie Masern, Mumps und Röteln erfordern mehrere Auffrischungen in einem gewissen zeitlichen Abstand.

„In vielen Ländern der Dritten Welt ist die regelmäßige Impfung eine echte Herausforderung“, sagt Ana Jaklenec vom MIT. „Denn es fehlen Daten darüber, wann Kinder gegen welche Krankheit geimpft worden sind.“ Bisher ist das innovative Verfahren nur in Tierversuchen erprobt worden. Die Forscher impften Ratten gegen Kinderlähmung. Gleichzeitig verabreichten sie ihnen den Farbcode. Die Tiere entwickelten die gleichen Abwehrkräfte wie andere, denen das traditionell genutzte Serum gegeben wurde.