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Aktuell versammelt das WEF die „Führungskräfte der Zukunft“ in Dubai und das steht auf der Agenda

Das Weltwirtschaftsforum schafft ein neues jährliches Treffen für die nächste Generation globaler Führungskräfte. Vom 13. bis 15. Oktober 2026 sollen in Dubai erstmals die „Global Future Leaders“ zusammenkommen. Auf der Agenda stehen künstliche Intelligenz, Robotik, geopolitische Sicherheit und Technologien, die immer tiefer in den menschlichen Lebensraum eindringen.

Das berichtet The Sociable unter Berufung auf die Programmplanung des Weltwirtschaftsforums. Das neue Treffen soll junge Führungskräfte unter 40 mit etablierten Entscheidungsträgern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie zusammenbringen.

Menschen durch Wände erkennen

Besonders bemerkenswert ist die angekündigte Präsentation des MIT-Forschers und WEF Young Global Leader Fadel Adib.

Adib arbeitet an drahtlosen Technologien, die Funk- beziehungsweise WLAN-Signale nutzen, um Informationen über Menschen und Gegenstände zu gewinnen, selbst wenn diese nicht direkt sichtbar sind. The Sociable verweist unter anderem auf Forschungsarbeiten zur Erkennung und Verfolgung menschlicher Bewegungen hinter Wänden, zur Rekonstruktion menschlicher Körperhaltungen und zur Erfassung physiologischer Signale.

Die Technologie nutzt dabei die Tatsache, dass Funksignale Wände durchdringen und vom menschlichen Körper reflektiert werden können. Algorithmen werten diese Reflexionen aus und können daraus Bewegungen oder andere Informationen rekonstruieren.

Was ursprünglich etwa für medizinische Anwendungen, Rettungseinsätze oder die Unterstützung älterer Menschen interessant sein kann, besitzt damit zwangsläufig auch eine zweite Dimension: Eine Technologie, die Menschen ohne Kamera und ohne direkten Sichtkontakt erfassen kann, wirft erhebliche Fragen zu Privatsphäre und Überwachung auf.

Wo endet der Mensch, wo beginnt die Maschine?

Ein weiterer Programmpunkt trägt den Titel „The Human-Machine Line“.

Dahinter steht die Robotik-Forscherin Madeline Gannon, die sich mit der Interaktion zwischen Menschen und Maschinen beschäftigt. The Sociable erinnert daran, dass Gannon beim WEF-Treffen in China bereits darüber gesprochen hatte, dass für die gesellschaftliche Akzeptanz von Robotern nicht allein entscheidend sei, was Maschinen leisten können, sondern auch, wie Menschen sie emotional wahrnehmen und mit ihnen interagieren.

Damit geht die Debatte längst über klassische Industrieroboter hinaus. Es geht um Maschinen, die zunehmend in menschliche Arbeits- und Lebensräume integriert werden – und um die Frage, wie Menschen dazu gebracht werden können, diese Präsenz als selbstverständlich zu akzeptieren.

KI und „menschliche Handlungsfähigkeit“

Das WEF hat für das Treffen sechs zentrale Themenfelder vorgesehen. Dazu gehören KI und menschliche Handlungsfähigkeit, Wissenschaft und Innovation, Wirtschaftswachstum, Geopolitik und Sicherheit, Führung und Wirtschaft sowie Klima und Natur.

Bemerkenswert ist dabei schon die Formulierung „AI and Human Agency“ – also künstliche Intelligenz und menschliche Handlungsfähigkeit. Denn genau diese Grenze wird mit der zunehmenden Automatisierung gesellschaftlicher Entscheidungen entscheidend: Wer entscheidet am Ende – der Mensch, die Institution oder der Algorithmus?

Das WEF will mögliche Zukünfte durchspielen

Hinzu kommen sogenannte „Unknown Tomorrows“. Dabei sollen Teilnehmer mögliche Zukunftsszenarien durchspielen und sich mit Entwicklungen beschäftigen, deren Auswirkungen heute noch nicht vollständig absehbar sind.

Daneben sind „Opportunity Labs“ vorgesehen, in denen Teilnehmer gemeinsam an Lösungsansätzen arbeiten sollen.

Das Treffen ist damit mehr als eine weitere Konferenz über neue Technologien. Es bringt gezielt jene Menschen zusammen, die künftig in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie Führungspositionen übernehmen sollen – und konfrontiert sie mit Technologien und gesellschaftlichen Modellen, die unsere Zukunft prägen könnten.

Eine neue Generation für eine technologisierte Welt

Das WEF spricht von den „Global Future Leaders“. Doch die Themen zeigen, worauf diese künftigen Führungskräfte vorbereitet werden sollen: KI als gesellschaftlicher Entscheidungsträger, Roboter im menschlichen Alltag, neue Formen der Mensch-Maschine-Interaktion und Sensorik, die Menschen selbst hinter Wänden erfassen kann.

Keine dieser Technologien ist für sich genommen automatisch ein Instrument der Überwachung oder Kontrolle. Viele besitzen legitime medizinische, industrielle oder sicherheitsbezogene Anwendungen.

Doch dieselben Fähigkeiten können auch anders eingesetzt werden.

Und genau deshalb ist entscheidend, wer diese Technologien kontrolliert, welche Grenzen gesetzt werden und ob die Bevölkerung darüber überhaupt mitentscheidet.

Während diese Fragen gesellschaftlich noch kaum diskutiert werden, versammelt das Weltwirtschaftsforum in Dubai bereits jene Generation, die an ihrer politischen und wirtschaftlichen Umsetzung beteiligt sein könnte.