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Todesfälle, Selbstmordgedanken, schwere Erkrankungen: Tausende V-safe-Hilferufe blieben offenbar unbeantwortet

Während der Corona-Impfkampagne sammelte die US-Gesundheitsbehörde CDC über ihr digitales Überwachungssystem V-safe Millionen Rückmeldungen von Geimpften. Darunter befanden sich laut einer Auswertung der Organisation React19 Tausende erschütternde Nachrichten von Menschen, die über schwere gesundheitliche Probleme, Selbstmordgedanken oder Todesfälle berichteten. Angehörige meldeten teilweise über Wochen und Monate hinweg, dass ein Familienmitglied bereits verstorben sei. Andere Patienten fragten verzweifelt, weshalb niemand auf ihre Meldungen reagiere.

Die inzwischen durch einen Antrag nach dem US-Informationsfreiheitsgesetz FOIA veröffentlichten Daten werfen deshalb eine zentrale Frage auf: Wurden diese Warnsignale von der CDC tatsächlich ausgewertet und wurde den Betroffenen die versprochene Unterstützung angeboten?

Was war V-safe – und was versprach das System?

V-safe war ein digitales Sicherheitsüberwachungssystem, das die CDC nach Beginn der COVID-19-Impfkampagne im Dezember 2020 einrichtete. Teilnehmer erhielten nach ihrer Impfung regelmässig Fragebögen, in denen sie Angaben zu ihrem Gesundheitszustand machen konnten.

Auf der Website wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das System auch dazu dienen sollte, Menschen zu unterstützen und dass bei besorgniserregenden Meldungen Kontakt aufgenommen werden könne. Laut der nun veröffentlichten Auswertung geschah dies jedoch in zahlreichen schweren Fällen nicht.

Die Organisation React19 analysierte die Freitextfelder des Systems. Insgesamt handelte es sich um rund 7,5 Millionen Antworten von fast 3,5 Millionen Teilnehmern.

Dabei identifizierte React19 3.329 Personen, die in ihren Meldungen um Hilfe baten, Selbstmordgedanken schilderten, erklärten, im Sterben zu liegen, oder deren Tod von Angehörigen gemeldet wurde. Zusammen verfassten diese Menschen 14.430 Nachrichten. Damit stammte von mehr als einem von tausend Teilnehmern mindestens ein solcher Hilferuf.

Die grosse Mehrheit erhielt laut der Auswertung keine Antwort.

Todesfälle gemeldet – doch die Nachrichten gingen weiter

Einige der dokumentierten Fälle werfen besonders schwerwiegende Fragen auf.

Eine Frau meldete über V-safe, dass ihr Mann nach seiner Pfizer-Impfung gestorben sei. Trotzdem erhielt sie weiterhin automatisierte Anfragen des Systems und meldete seinen Tod über Wochen hinweg immer wieder.

Schliesslich schrieb sie:

„Liest das überhaupt jemand?“

In einem weiteren Fall meldete eine Person Woche für Woche, dass ihre Mutter vier Tage nach der Impfung gestorben sei. Selbst Monate später gingen weiterhin automatisierte Anfragen ein, auf die der Angehörige mit entsprechenden Updates reagierte.

Ein Rückruf erfolgte laut der Auswertung nicht.

Eine weitere Hinterbliebene reagierte nach Monaten zunehmend wütend und verzweifelt. In ihrer sechsten Nachricht schrieb sie:

„Sie ist nach ihrer Impfung gestorben, aber ihr Idioten lest das hier gar nicht und schickt mir immer wieder diesen sinnlosen Text!“

Auch darauf habe sich niemand gemeldet.

Selbstmordgedanken nach der Impfung – ohne Intervention

Besonders beunruhigend sind Meldungen von Teilnehmern, die über Selbstmordgedanken berichteten.

Ein Teilnehmer schrieb acht Tage nach seiner ersten Impfung täglich, dass er sich das Leben nehmen wolle. Nach der zweiten Impfung begannen die entsprechenden Meldungen erneut. Monate später berichtete er von einem Selbstmordversuch.

Nach der Auswertung führte keine dieser Nachrichten zu einer Intervention durch das System.

Ein 23-jähriger Teilnehmer berichtete nach seiner Moderna-Auffrischungsimpfung über neun Monate anhaltendes Herzrasen. Er beschrieb Schlaflosigkeit und Brustschmerzen sowie „Selbstmordgedanken“.

Er schrieb:

„Die Menschen müssen wissen, dass so etwas möglich ist. Ich war ein kerngesunder 23-Jähriger.“

Auch in diesem Fall sei keine Reaktion der CDC erfolgt.

Jeffrey Tucker las die Hilferufe öffentlich vor

Jeffrey Tucker vom Brownstone Institute beschäftigte sich ausführlich mit den veröffentlichten Meldungen. Rund zehn Stunden lang las er öffentlich besonders eindringliche Berichte aus den Daten vor.

Die Fälle wurden unter dem Titel Cries for Help zusammengefasst.

Tucker beschreibt die Dokumentation als eines der schockierendsten Sachbücher, mit denen er sich beschäftigt habe. Nicht eine dramatische Inszenierung mache die Berichte so eindringlich, sondern ihre ständige Wiederholung: Menschen schrieben immer wieder, teilweise in Grossbuchstaben und mit zahlreichen Ausrufezeichen, hinterliessen Telefonnummern und baten darum, kontaktiert zu werden – ohne eine Antwort zu erhalten.

Die CDC erklärte später, V-safe sei nicht als Anlaufstelle für individuelle medizinische Beratung gedacht gewesen. Auf der damaligen Website des Systems wurde jedoch darauf hingewiesen, dass bei bestimmten gesundheitlich relevanten Meldungen eine Kontaktaufnahme beziehungsweise ein Rückruf erfolgen könne.

Tucker wirft der Regierung deshalb vor, die tatsächliche Funktion des Systems falsch dargestellt zu haben.

ALS, Blutgerinnsel, Schlaganfall und schwere körperliche Einschränkungen

Die dokumentierten Fallbeispiele umfassen zahlreiche schwere Krankheitsverläufe.

Ein Teilnehmer erhielt nach seiner Impfung die Diagnose ALS und übermittelte zwölf Monate lang weitere Meldungen, während seine Erkrankung fortschritt.

Eine Frau berichtete über ihren Ehemann, der wochenlang auf einer Intensivstation lag. Sie meldete Blutgerinnsel, einen Schlaganfall und Nierenversagen und hielt die CDC über V-safe kontinuierlich über seinen Zustand auf dem Laufenden.

Nach ihren Angaben gelang es ihr dennoch nicht, jemanden telefonisch zu erreichen.

Ihr Mann starb.

Die Frau schickte auch danach noch monatelang Meldungen über das System.

Eine weitere Teilnehmerin berichtete, ihre Beine und Hände kaum noch benutzen zu können. Gleichzeitig seien ihr Behandlungskosten in Höhe von Tausenden Dollar entstanden.

Ein Jahr später schrieb sie noch immer:

„Es dauert schon ein Jahr! Helft mir!“

Eine Reaktion erfolgte laut der Auswertung nicht.

Tausende Meldungen – und die Frage nach der Verantwortung

Hinter den V-safe-Daten stehen nicht nur statistische Werte. Die Freitextfelder dokumentieren Menschen, die teilweise Namen und Telefonnummern hinterliessen und über gesundheitliche Entwicklungen berichteten, die ihr Leben grundlegend verändert hatten.

Sie nutzten das staatliche Überwachungssystem, um ihre Erfahrungen nach der Impfung zu melden und auf mögliche schwerwiegende Ereignisse aufmerksam zu machen.

Die nun veröffentlichten Daten zeigen laut React19 jedoch, dass Tausende dieser Menschen trotz wiederholter Hilferufe offenbar keine persönliche Antwort erhielten.

Damit bleibt eine grundlegende Frage zurück: Was bedeutet ein staatliches Sicherheitsüberwachungssystem, wenn es schwere gesundheitliche Meldungen zwar erfasst und dauerhaft in einer Datenbank speichert, den Menschen hinter diesen Meldungen aber offenbar niemand antwortet?