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Sieben Organisationen, ein Netzwerk: Die Open-Society-Verbindungen rund um Frankreichs Proteste

Während Frankreich seit Wochen von Studentenprotesten, Ausschreitungen, Bränden und Plünderungen erschüttert wird, rückt ein Netzwerk von Organisationen in den Blick, das die Proteste unterstützt, begleitet oder das Vorgehen der Polizei scharf kritisiert. Recherchen der spanischen Zeitung La Gaceta zeigen: Mindestens sieben dieser Organisationen haben nachweisbare finanzielle oder institutionelle Verbindungen zu den von George Soros gegründeten Open Society Foundations. Das beweist keine Finanzierung der aktuellen Unruhen – zeigt aber, wie eng einflussreiche NGOs, Protestbewegungen und internationale Fördernetzwerke miteinander verflochten sind.

Ausgangspunkt der Recherche ist ein Bericht von La Gaceta vom 21. Oktober. Die Zeitung untersuchte Organisationen, die zu Demonstrationen aufgerufen, Forderungen der Studenten unterstützt oder öffentlich gegen das Vorgehen der französischen Polizei Stellung bezogen haben. Dabei stieß sie auf sieben Organisationen mit unterschiedlichen Verbindungen zu Open Society Foundations.

Die Verbindungen reichen von direkten Förderungen über langfristige Großspenden bis hin zur Finanzierung einzelner Projekte. Entscheidend ist dabei: Eine frühere Förderung durch Open Society ist nicht automatisch ein Beweis dafür, dass Soros oder seine Stiftung die aktuellen Proteste finanzieren oder steuern. Genau dafür gibt es bislang keinen belastbaren Nachweis. Aber die Indizien sprechen für sich.

Ligue des droits de l’Homme: direkte Förderung dokumentiert

Eine der eindeutigsten Verbindungen betrifft die französische Ligue des droits de l’Homme (LDH).

Der französische Rechnungshof bestätigte bereits 2021, dass die LDH im Jahr 2017 finanzielle Unterstützung durch Open Society erhielt. Auch die LDH selbst dokumentierte in ihrem Jahresbericht, dass mehrere Projekte durch Open Society ermöglicht wurden.

Die Verbindung zu den aktuellen Protesten ist ebenfalls klar dokumentiert. Die LDH-Ortsgruppe Nantes rief am 16. Oktober ausdrücklich dazu auf, sich der Studenten- und Schülerbewegung am folgenden Tag anzuschließen. Genannt wurden sogar Treffpunkt und Uhrzeit: 14 Uhr, Place Foch.

Human Rights Watch: 100 Millionen Dollar von Open Society

Bei Human Rights Watch ist die finanzielle Verbindung noch größer.

Open Society Foundations kündigte 2010 eine Förderung von 100 Millionen Dollar über zehn Jahre an – damals die größte Einzelspende, die Human Rights Watch jemals erhalten hatte. Das Geld sollte ausdrücklich dazu dienen, die weltweite Präsenz und politische Einflussnahme der Organisation auszubauen. Sowohl Open Society als auch Human Rights Watch dokumentierten die Vereinbarung öffentlich.

Am 14. Oktober veröffentlichte Human Rights Watch einen Bericht zu den französischen Schülerprotesten und warf der Polizei unverhältnismäßige Gewalt gegen Minderjährige vor. HRW schrieb, die Demonstrationen seien trotz einzelner gewaltsamer Vorfälle überwiegend friedlich gewesen und forderte einen besseren Schutz der protestierenden Jugendlichen.

Human Rights Watch wird damit nicht als Organisator der Proteste genannt, beteiligt sich aber deutlich an deren öffentlicher und politischer Einordnung.

FIDH und OMCT: Open Society steht offiziell auf der Geldgeberliste

Auch die Internationale Föderation für Menschenrechte (FIDH) führt Open Society Foundations ausdrücklich unter ihren privaten Förderern.

Die Weltorganisation gegen Folter (OMCT) weist Open Society ebenfalls als Geldgeber aus. Der geprüfte Finanzbericht für 2024 nennt rund 509.700 Schweizer Franken von Open Society Foundations; im Vorjahr waren es sogar mehr als 1,2 Millionen Franken.

Beide Organisationen veröffentlichten gemeinsam mit der LDH am 9. Oktober eine Erklärung zu den französischen Protesten und warfen den Behörden eine gewaltsame Unterdrückung der Schülerbewegung vor. Die FIDH sprach von einer „violente répression“ und forderte eine Untersuchung des Polizeieinsatzes.

Amnesty International: Open-Society-Zuschuss im Jahresabschluss

Auch bei Amnesty International ist die Verbindung dokumentiert.

Im Jahresabschluss für 2024 heißt es ausdrücklich, dass der Anstieg der Fördermittel vor allem auf einen Zuschuss der Open Society Foundations zurückzuführen war.

Während der französischen Studentenproteste stellte sich Amnesty ebenfalls öffentlich hinter das Recht auf Demonstration und kritisierte die Polizei. Am 5. Oktober forderte die Organisation die französischen Behörden auf, die Lage zu deeskalieren und das Recht auf friedliche Versammlung zu schützen. Amnesty sprach von unverhältnismäßigem Polizeieinsatz gegen Minderjährige.

350.org: Open Society als Förderer aufgeführt

Die internationale Klimaorganisation 350.org führte Open Society Foundations in ihrem Jahresbericht 2021 ausdrücklich unter den unterstützenden Stiftungen auf. Insgesamt stammten damals 44 Prozent der Einnahmen von Stiftungen und Förderorganisationen.

Damit ist auch hier die frühere finanzielle Verbindung eindeutig belegt.

Die Bedeutung liegt weniger darin, daraus eine direkte Finanzierung der gegenwärtigen französischen Proteste abzuleiten. Entscheidend ist vielmehr, dass dieselben international vernetzten NGOs in sozialen, klima- und gesellschaftspolitischen Bewegungen immer wieder gemeinsam auftreten.

Attac: Aufruf zum Protest – Verbindung über ein Open-Society-finanziertes Projekt

Attac Frankreich ging bei den aktuellen Protesten noch einen Schritt weiter und rief ausdrücklich zur Mobilisierung am 17. Oktober auf. Die Organisation sprach von einer zunehmend untragbaren sozialen, steuerlichen und ökologischen Ungerechtigkeit und forderte breite Beteiligung.

Die Verbindung zu Open Society ist hier allerdings schwächer als bei LDH, HRW, FIDH oder OMCT.

Dokumentiert ist unter anderem die Beteiligung Attacs an einem europäischen Bericht zur Gas- und Energiepolitik von 2017, dessen Umfeld nach Angaben der ursprünglichen Recherche teilweise über die Open Society Initiative for Europe finanziert wurde. Daraus lässt sich jedoch keine allgemeine Finanzierung Attacs oder gar der aktuellen Demonstrationen durch Open Society ableiten.

Ein Netzwerk ist dokumentiert – die Finanzierung der Ausschreitungen nicht

Die Recherche zeigt damit ein reales Muster.

Mehrere Organisationen, die die Protestbewegung unterstützen, zu Demonstrationen aufrufen oder das Vorgehen der Polizei kritisieren, haben finanzielle Beziehungen zu Open Society Foundations oder wurden in der Vergangenheit von ihr unterstützt. Das ist dokumentiert.

Nicht dokumentiert ist dagegen, dass George Soros oder Open Society Foundations die aktuellen Ausschreitungen, Brände oder Plünderungen finanzieren.

Diese Unterscheidung ist entscheidend.

Die politische Frage bleibt dennoch relevant: Wenn große internationale Stiftungen über Jahre Organisationen finanzieren, die später in gesellschaftlichen Konflikten eine wichtige Rolle bei Mobilisierung, juristischer Unterstützung, Medienarbeit und öffentlicher Meinungsbildung spielen, gehört diese Finanzierung zur vollständigen Geschichte.

Gerade NGOs treten häufig als unabhängige moralische Instanzen auf. Deshalb sollte für die Öffentlichkeit nachvollziehbar sein, wer diese Organisationen finanziert, in welcher Größenordnung und für welche Projekte.

Die eigentliche Soros-Verbindung bei den französischen Protesten besteht deshalb nicht in einem nachgewiesenen Geldtransfer an Randalierer. Sie besteht in einem über Jahre aufgebauten Netzwerk finanziell unterstützter Organisationen, von denen mehrere heute aktiv in die politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung um die französischen Proteste eingreifen.