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Ein neuer Sturm zieht auf über Afghanistan
Soldaten der U.S. Army im Gefecht mit Kämpfern der Taliban in der Provinz Parwan, 2007. Bild: Staff Sgt. Michael L. Casteel, U.S. Army, CC BY 2.0

Ein neuer Sturm zieht auf über Afghanistan

Nato will Truppenpräsenz aufrechterhalten und verschweigt eigene Verantwortung für tote Zivilisten. Neuen Zahlen der UNO belegen Gewalt gegen Menschenrechtler und Journalisten

Der Regierungswechsel in den USA könnte die Gewalt in Afghanistan erneut eskalieren lassen und einen nachhaltigen politischen Ausweg verhindern. Denn entgegen einer Vereinbarung der abgewählten Regierung von Ex-Präsident Donald Trump und den Taliban von Ende Februar 2020 will die Nato nun offenbar an der Stationierung in dem zentralasiatischen Land festhalten.

In dem Abkommen zwischen den USA und den Taliban war vereinbart worden, alle internationalen Truppen, Sicherheitspersonal und Berater bis zum April dieses Jahres abzuziehen. Konkret heißt es dort:

Die Vereinigten Staaten verpflichten sich, alle militärischen Streitkräfte der Vereinigten Staaten, ihrer Verbündeten und Koalitionspartner, einschließlich des gesamten nicht-diplomatischen Zivilpersonals, der privaten Sicherheitsfirmen, der Ausbilder, Berater und des Personals der unterstützenden Dienste innerhalb von vierzehn (14) Monaten nach Bekanntgabe dieses Abkommens aus Afghanistan abzuziehen, und werden diesbezüglich die folgenden Maßnahmen ergreifen:

A. Die Vereinigten Staaten, ihre Verbündeten und die Koalition werden in den ersten einhundertfünfunddreißig (135) Tagen die folgenden Maßnahmen ergreifen:

Sie werden die Zahl der US-Streitkräfte in Afghanistan auf achttausendsechshundert (8.600) reduzieren und die Zahl ihrer Verbündeten und der Koalitionstruppen proportional dazu verringern;

Die Vereinigten Staaten, ihre Verbündeten und die Koalition werden alle ihre Kräfte aus fünf (5) Militärbasen abziehen.

Die Nato erteilt diesem Teil der Vereinbarung nun eine Absage und begründet dies mit der anhaltenden Gewalt durch die Taliban. Tatsächlich hatten sich diese islamistischen Verbände ihrerseits