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Fake News über China aufgedeckt?

„China hat die historisch unausgeglichenste Wirtschaft. Es befindet sich in einer schweren Rezession/Depression. Die Inflation könnte bei -4% liegen.“ -Scott Bessent

Arnaud Bertrand, der in China lebt, schreibt dazu:

China wäre auch die erste Volkswirtschaft in der Weltgeschichte, die sich in einer „schweren Rezession/Depression“ befindet und gleichzeitig um 5% pro Jahr wächst.

Und um dem üblichen dummen Argument „China lügt in seinen Daten“ vorzubeugen: Das sind keine chinesischen Zahlen. Es handelt sich um die Konsenswachstumsrate für das chinesische BIP im Jahr 2024 unter allen westlichen Analysten und Institutionen, von Goldman Sachs bis zum IWF.

Auch die Verwendung des Begriffs „Disinflation“ ist eigentlich ziemlich witzig, denn er bedeutet nicht „Deflation“ (China wird das Jahr 2024 mit einer Inflationsrate von 0,2 % abschließen, also technisch gesehen nicht einmal eine Deflation erleben), sondern die Rate, mit der sich die Inflation verlangsamt. Was Bessent also mit seiner Einschränkung „-4% Disinflation“ eigentlich sagen will, ist, dass „Chinas Inflation 4,2% betragen sollte, aber nur 0,2% beträgt“.

Schließlich ist es besonders ironisch, China als die „unausgeglichenste Wirtschaft der Weltgeschichte“ zu bezeichnen, wenn man bedenkt, wie sehr Chinas Entwicklungsweg den anderen Industrienationen in der Geschichte ähnelt. Die Vereinigten Staaten selbst wiesen während ihrer raschen Industrialisierung im 19. und frühen 20. Jahrhundert bemerkenswert ähnliche Merkmale auf: starke Konzentration auf Fertigung und Infrastruktur, massive Eisenbahnprojekte, exportorientiertes Wachstum, anfänglich geringer Binnenkonsum im Verhältnis zur Industrieproduktion und erhebliche Handelsungleichgewichte. Es war richtig, dass die USA damals aufstiegen und sich entwickelten, aber es ist inakzeptabel, dass China heute dasselbe tut …