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Fünf Gründe, warum Trump entschlossener denn je ist, mit Putin Deals abzuschliessen

Verfasst von Andrew Korybko

Auch Putin ist aus völlig anderen Gründen entschlossener denn je.

Der überraschende russisch-amerikanische Diesel-Deal Anfang Oktober war die erste bilaterale Vereinbarung zwischen den beiden Ländern seit 2022 und enthielt bezeichnenderweise auch keinerlei Bedingungen mit Bezug zur Ukraine. Dies überzeugte Beobachter – sowohl Gegner als auch Verbündete –, dass Trump mehr als ein Jahr nach ihrem Gipfeltreffen in Anchorage entschlossener denn je ist, mit Putin Deals abzuschliessen. Das Gipfeltreffen hatte grosse Hoffnungen geweckt, die später in tiefe Enttäuschung mündeten. Sein Sinneswandel lässt sich wohl auf die folgenden fünf Gründe zurückführen:

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1. Der geistige Nachfolger der Gegenoffensive von 2023 scheiterte

Selenskis 40-tägige Einflusskampagne, mit der er Putin durch systematische Angriffe auf die russische Infrastrukturzu einem Waffenstillstand ohne Vorbedingungen zwingen wollte, war der geistige Nachfolger der Gegenoffensive von 2023. Sie scheiterte ebensovollständig. Schlimmer noch: Sie veranlasste Putin, seinerseits «zur Deeskalation zu eskalieren», was die Ukraine bis zum Winter in die Knie zwingen könnte. Selenski versprach, stattdessen Putin in die Knie zu zwingen. Da er sein Versprechen nicht einlöste, hält Trump ihn erneut wieder für einen Betrüger.

2. Trump fühlt sich herausgefordert, seine Stellung als Alphatier zu behaupten

Selenskis offener Trotz gegenüber Trumps Forderung, keine russischen Raffinerien anzugreifen – die Trump mit der Absicht gestellt hatte, den globalen Energiemarkt nach den durch den Dritten Golfkrieg verursachten Verwerfungen zu stabilisieren –, ist eine beispiellose Herausforderung seiner Autorität. Trump setzt dies Berichten zufolge auch mit einer Einmischung in die Zwischenwahlen gleich. Würde Trump dies ignorieren, würde er sich nicht nur persönlich demütigen, sondern auch das weltweite Ansehen seines Amtes untergraben. Um «sein Gesicht zu wahren», muss er Selenski daher eine unvergessliche Lektion erteilen.

3. Die globale Energiekrise lässt alles noch dringlicher werden

Die durch die globale Energiekrise ausgelösten rasant steigenden Lebenshaltungskosten stellen die grösste Bedrohung für die republikanische Kontrolle über das Weisse Haus im Jahr 2028 dar. Um sein politisches Vermächtnis im Inland zu bewahren, muss Trump daher zuvor die Preise für die Verbraucher senken, wozu auch die Treibstoffkosten sinken müssen. Am zuverlässigsten lassen sich weitere ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien, die für die Preissprünge verantwortlich sind, verhindern, indem man mit Putin einen Deal abschliesst, der den USA Beteiligungen an diesen Raffinerien zusichert und Russland damit eine Sicherheitsgarantie bietet.

4. Auch die Lage nach den Zwischenwahlen ist ein weiterer Beweggrund

Der erwartete Verlust mindestens einer der beiden Kongresskammern an die Demokraten im nächsten Monat dürfte Trump dazu veranlassen, seine Bemühungen um eine Neugestaltung der Weltordnung zu beschleunigen. So soll eine vollendete Tatsache geschaffen werden, die seine Amtszeit überdauert und sein Vermächtnis in der Welt prägt – selbst wenn die Demokraten 2028 das Weisse Haus zurückerobern. Er strebt eine ressourcenorientierte strategische Partnerschaft mit Russland an, die das Kräfteverhältnis im sino-amerikanischen Systemwettbewerb unwiderruflich zugunsten der USA verschiebt. Ihm bleiben nur noch zwei Jahre, um dies zu erreichen, und er weiss: Jetzt oder nie.

5. Chinas Aufstieg zur Supermacht wird bald unumkehrbar

Ebenso gilt für die USA: Jetzt oder nie, um Chinas Aufstieg zur Supermacht aufzuhalten, indem sie zu diesem Zweck die oben erwähnte Partnerschaft mit Russland nutzen. Andernfalls wird dieser Aufstieg bald unumkehrbar sein. Deshalb ist es so dringend, Deals mit Russland abzuschliessen, die China ipso facto den Zugang zu Rohstoffvorkommen verwehren, in die die USA investiert haben. «China will nicht, dass irgendjemand in der Ukraine gewinnt», denn die Fortsetzung des Konflikts – insbesondere durch Drohnenverkäufe an die Ukraine– verzögert den «Schwenk nach Asien» der USA zusätzlich. Das ist ein weiterer Grund für Trump, den Konflikt so schnell wie möglich zu beenden.

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Die wachsenden wirtschaftlichen Kosten des Wettrüstens Russlands mit Europa, die Wahrscheinlichkeit von von aussen orchestrierten inneren Unruhen die durch sie fälschlich gerechtfertigt werden, und der allgemeine Verlust anderer strategischer Chancen bringen Putin dazu, Vereinbarungen mit Trump zu treffen, anstatt seine Maximalziele weiter zu verfolgen in der Ukraine. Im Gegenzug für eine von den USA vermittelte Energievereinbarung zwischen Russland, der Ukraine und der EU, den gross angelegten Abzug der US-Streitkräfte aus Europa und neue Gespräche über Rüstungskontrolle könnte Putin grossen Zugeständnissen zustimmen in der Ukraine.