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Lastwagen verladen Sand in Palakkad, Kerala. © cc-by-sa-3 Arayilpdas, Wikimedia Commons

Indien: Die tödlichen Arme der Sand-Mafia

In Teilen der Welt ist Sandabbau ein gefährliches Geschäftsfeld: Er zerstört die Natur, verspricht aber hohe Profite.

«Wie Sand am Meer» heisst es. Gemeint ist etwas, was in scheinbar unendlichen Mengen vorhanden ist. Gerade für Sand am Meer ist das ein Irrtum. Nach Wasser ist Meeres- und Flusssand der wichtigste Rohstoff der Welt. Ohne Sand gäbe es keinen Asphalt und keinen Beton. Wüstensand ist als Baustoff nicht geeignet, deshalb importieren sogar Länder wie Saudi-Arabien Sand.

Sand ist ein einträgliches Geschäft. Jeder Mensch auf dem Planeten verbraucht pro Tag umgerechnet etwa 18 Kilogramm davon. Um den Hunger der Bauindustrie zu befriedigen, wird Sand weltweit in grossen Mengen abgebaut. Umwelt und Bevölkerung werden dabei oft nicht berücksichtigt, das Gesetz nicht eingehalten.

Ganze Strände und Flussmündungen werden abtransportiert, oft illegal und manchmal buchstäblich über Nacht. Das System läuft in einigen Ländern nach dem Prinzip «wo eine Nachfrage ist, ist auch ein Angebot» und ist eher kleinteilig organisiert. In anderen Ländern haben sich kriminelle Strukturen gebildet. Politiker, Behörden und Polizei werden hemmungslos bestochen, Gegner eingeschüchtert. Unter der Sand-Mafia leiden vor allem Marokko, einige andere afrikanische Länder