Die Frage, ob Covid-Impfungen bei Angehörigen der US-Streitkräfte zu schweren Gesundheitsschäden oder sogar Todesfällen geführt haben könnten, wird nun auf Bundesebene erneut untersucht. Im Mittelpunkt stehen 2.544 gemeldete Todesfälle und insgesamt rund 55.000 Meldungen über mögliche Nebenwirkungen bei Soldaten, die nach Covid-Impfungen im amerikanischen Meldesystem VAERS erfasst wurden. Die Fälle sind bislang nicht als impfbedingt bestätigt; genau dieser mögliche Zusammenhang soll nun untersucht werden.
Mit der Untersuchung ist die Militärärztin Dr. Theresa Long betraut. Sie wurde zur leitenden militärmedizinischen Beraterin von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. ernannt und arbeitet bei der Untersuchung auch im Auftrag von Verteidigungsminister Pete Hegseth. Long erklärte in einer eidesstattlichen Aussage vom 14. August 2026, dass sie die 55.000 Meldungen und insbesondere die 2.544 Todesmeldungen überprüfen soll. Sie hofft, die Untersuchung innerhalb eines Jahres abzuschließen.
Long erklärte außerdem unter Eid, ihr seien persönlich 28 Todesfälle bekannt, die sie auf die Covid-Impfung zurückführt. Der vorliegende Ausgangstext nennt 29 Fälle; andere Berichte über ihre Aussage geben dagegen 28 an. Einzelheiten zu diesen Fällen durfte sie nach eigenen Angaben nicht offenlegen.
Die Größenordnung der nun überprüften Meldungen ist bemerkenswert. Der Ausgangsbericht stellt ihr zum Vergleich die amerikanischen Verluste im Afghanistan-Krieg gegenüber und nennt 1.833 gefallene US-Soldaten in rund 20 Jahren. Entscheidend bleibt allerdings: Eine VAERS-Meldung bedeutet nicht, dass eine Impfung den gemeldeten Todesfall verursacht hat. Das Meldesystem dient als Frühwarninstrument; Ereignisse können nach einer Impfung gemeldet werden, auch wenn zunächst ungeklärt ist, ob ein ursächlicher Zusammenhang besteht.
NEW DATA: COVID VACCINE INJURY US MILITARY
— Catherine Herridge (@C__Herridge) September 18, 2026
"I am currently tasked with investigating the 55,000 vaccine adverse event reports filed on individuals identified as members of the U.S. Armed Forces, this includes 2544 deaths."
"I had one servicemember die of rapid onset and… pic.twitter.com/h6M6qNdmLn
Plötzlicher Tod eines Piloten und Krebsfall
Long schilderte in ihrer Aussage auch konkrete Fälle. Dazu gehört nach dem Ausgangsbericht ein Pilot in Ausbildung, der zuvor nie positiv auf Covid getestet worden sei und während eines Fluges plötzlich an Herzversagen gestorben sei. Außerdem berichtete sie von einem Soldaten, der kurz nach seiner Impfung an Speiseröhrenkrebs starb.
Longs Aussage erfolgte im Rahmen eines Gerichtsverfahrens wegen Verleumdung. Dennoch sorgt weniger der eigentliche Rechtsstreit als vielmehr ihre Aussage über die möglichen Impfkomplikationen innerhalb des Militärs für Aufmerksamkeit.
Pentagon-Bericht kam zu einem anderen Ergebnis
Die neue Untersuchung steht im Gegensatz zu bisherigen Bewertungen des Pentagon. Ein Bericht aus dem Jahr 2026 stellte nach der Covid-Impfung einen kurzfristigen Anstieg von Myokarditis und Perikarditis fest. Über einen Beobachtungszeitraum von einem Jahr sei dieser Anstieg jedoch nicht mehr nachweisbar gewesen. Impfbedingte Todesfälle stellte der Pentagon-Bericht nicht fest.
Long stellt jedoch die Methodik und die zugrunde liegenden Gesundheitsdaten infrage und wurde nun damit beauftragt, diese erneut auszuwerten. Damit treffen zwei sehr unterschiedliche Bewertungen aufeinander: Die bisherigen Pentagon-Analysen fanden keine impfbedingten Todesfälle, während Long überprüfen soll, ob sich hinter den Tausenden VAERS-Meldungen bislang übersehene Zusammenhänge verbergen.
Fast 9.000 Soldaten wegen Impfpflicht entlassen
Die Untersuchung berührt zugleich eines der umstrittensten Kapitel der amerikanischen Corona-Politik.
Unter Präsident Joe Biden wurde 2021 für Angehörige der US-Streitkräfte eine Covid-Impfpflicht eingeführt. Mehr als 8.000 beziehungsweise nach anderen Zählungen fast 9.000 Soldaten, die sich der Impfung verweigerten, wurden aus dem Militär entlassen. Der Kongress zwang das Verteidigungsministerium später zur Aufhebung der Impfpflicht.
Verteidigungsminister Hegseth richtete anschließend eine spezielle COVID-19 Reinstatement and Reconciliation Task Force ein. Sie soll ehemaligen Soldaten, die wegen der Impfpflicht aus dem Dienst ausschieden oder entlassen wurden und zurückkehren möchten, den Weg zurück in die Streitkräfte erleichtern.
Kennedy hatte die militärische Impfpflicht wiederholt kritisiert und argumentiert, sie habe die Rechte der Soldaten verletzt. Zudem änderte das HHS unter seiner Führung die früheren allgemeinen Empfehlungen für regelmäßige Covid-Impfungen.
Ausgangspunkt ist eigentlich ein Verleumdungsverfahren
Bemerkenswert ist auch, wie die Untersuchung öffentlich bekannt wurde.
Long sagte in einem Verfahren aus, in dem die frühere Pentagon-Gesundheitsbeamtin Terry Adirim gegen den konservativen Aktivisten Ivan Raiklin vorgeht. Adirim wirft Raiklin vor, sie wegen ihrer Rolle bei der Einführung der militärischen Impfpflicht öffentlich diffamiert zu haben.
Im Zuge dieses Verfahrens wurde Longs neue Funktion bekannt: Sie arbeitet als militärmedizinische Beraterin Kennedys und soll mögliche gesundheitliche Folgen der Covid-Impfungen innerhalb der Streitkräfte erneut untersuchen.
2.544 Todesmeldungen müssen jetzt überprüft werden
Damit steht eine entscheidende Frage erstmals wieder offiziell auf der Tagesordnung: Was steckt hinter den 2.544 Todesfällen, die nach Covid-Impfungen von Angehörigen der US-Streitkräfte an VAERS gemeldet wurden?
Die Zahl allein beweist keinen Zusammenhang mit der Impfung. Ebenso wenig beweisen die bisherigen Pentagon-Auswertungen, dass jeder einzelne gemeldete Fall ausreichend untersucht wurde. Genau diese Lücke soll Longs Untersuchung nun schließen.
Am Ende muss deshalb nachvollziehbar offengelegt werden, welche Fälle untersucht wurden, welche medizinischen Kriterien zur Bewertung dienten und bei wie vielen Todesfällen ein Zusammenhang ausgeschlossen, als möglich eingestuft oder tatsächlich bestätigt werden konnte.
Denn unabhängig davon, zu welchem Ergebnis die Untersuchung kommt, geht es bei 55.000 Meldungen über mögliche Nebenwirkungen und 2.544 gemeldeten Todesfällen um eine Frage, bei der vollständige Transparenz notwendig ist: Sind Angehörige der US-Streitkräfte infolge der Covid-Impfung gestorben – und wenn ja, wie viele?
