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Asien im Aufstieg: Westliche Destabilisierung zielt auf Nepal ab – und droht der Zukunft der BRICS

In einer Zeit, in der Asien zunehmend zum Zentrum der globalen Machtverschiebung wird, toben Unsicherheiten an mehreren Fronten. Der Kontinent, der in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich die Weltwirtschaft und -politik dominieren wird, steht unter massivem Druck.

Der Westen – allen voran USA und Großbritannien, unterstützt von Teilen Europas – setzt auf Destabilisierungsstrategien, um die aufstrebenden Mächte wie China, Indien und Russland zu schwächen. Ein Paradebeispiel dafür ist die jüngste Krise in Nepal, die nicht nur ein internes Problem darstellt, sondern ein gezielter Schlag gegen die Stabilität in Südasien ist. Gleichzeitig wirft der israelische Angriff auf Katar neue Schatten auf den Nahen Osten und unterstreicht die wachsende Spannung um die BRICS-Staaten. Der BRICS-Gipfel am 8. September 2025, ein Eiltreffen unter brasilianischer Führung, markiert einen Gegenangriff gegen die protektionistischen Zölle von US-Präsident Donald Trump. Und in Myanmar zeichnet sich ein neues Modell multipolarer Unabhängigkeit ab.

In einem ausführlichen Gespräch mit dem renommierten Politikanalysten und Professor Lorenzo Pacini, der enge Kontakte zur nepalesischen Regierung pflegt, beleuchtet Think BRICS die Hintergründe dieser Entwicklungen. Pacini, der mehrmals Gast des Kanals war, analysiert die geopolitischen Verflechtungen und warnt vor einer Kette von Provokationen, die den Aufstieg Asiens bremsen sollen.

Nepal enthüllt: Die verborgenen Kräfte hinter der politischen Krise

Nepal, ein kleines, bergiges Land mit einem BIP, das global kaum ins Gewicht fällt, liegt strategisch zwischen den Giganten Indien und China. Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet hier kürzlich Unruhen ausbrachen, die das Land in Chaos stürzten. Am 8. und 9. September 2025 eskalierten Proteste junger Menschen – vor allem der Generation Z – gegen Korruption und Zensur zu gewalttätigen Ausschreitungen. Demonstranten stürmten das Parlament in Kathmandu, setzten es in Brand und attackierten Regierungsgebäude sowie die Häuser von Politikern. Mindestens 30 Menschen starben, Hunderte wurden verletzt, und der Flughafen Tribhuvan wurde vorübergehend geschlossen. Die Regierung reagierte mit einem Verbot von 26 Social-Media-Plattformen, das jedoch rasch zurückgenommen werden musste, als die Proteste an Fahrt aufnahmen. Premierminister KP Sharma Oli trat am 9. September zurück, um eine politische Lösung zu ermöglichen, doch die Unruhen halten an. Die nepalesische Armee hat nun die Kontrolle übernommen, und Gespräche über eine Übergangsregierung unter der ehemaligen Oberrichterin Sushila Karki laufen.

Pacini, der unmittelbar nach Ausbruch der Unruhen Kontakt zur nepalesischen Führung aufnahm, beschreibt die Situation als „extrem beunruhigend“. „Ich kenne Nepal gut und habe enge Beziehungen zur Regierung, einschließlich des Premierministers und der Präsidentin. Gestern, als die Angriffe begannen, habe ich sie sofort kontaktiert – aber sie konnten nicht antworten. Die Informationen sind spärlich, nur wenige Videos und Texte sickern durch.“ Er sieht klare Fingerabdrücke des Westens, insbesondere Großbritanniens, das historisch in der Region einflussreich ist. „Die gesamte Zone – Indien, Bangladesch, Nepal – war unter britischer Kontrolle. Nepal spielt eine Schlüsselrolle in den Beziehungen zwischen Indien und China.“

Tatsächlich hat sich in den Wochen zuvor die Rivalität zwischen Indien und China gemildert. Beim SCO-Gipfel (Shanghai Cooperation Organisation) kam es zu einer Annäherung, die Pacini als „große Ausrichtung“ bezeichnet. Indien, das als aufstrebende Supermacht gilt, und China könnten zusammen „große Dinge“ erreichen, trotz historischer Differenzen. Nepal als „Keil“ in diesem Bogen muss destabilisiert werden, argumentiert Pacini. Großbritannien investiert weiterhin in Nepals Nationalbank und kontrolliert finanziell das Bildungssystem. „Das ist ein enormes Problem. Nepal ist kein Supermacht, es ist ein kleines Land, eingeschlossen zwischen Bergen und abhängig von Indien und China.“

Die strategische Lage Nepals ist entscheidend: Militärisch schützt es sensible Gebiete für beide Nachbarn, und ethnische Konflikte – wie in Tibet – könnten durch Unruhen angeheizt werden. „Es gibt eine religiöse Spannung, die international missverstanden wird. Einige wollen Tibet unabhängig, China sieht es als integralen Teil. Druck auf Nepal könnte das destabilisieren.“ Hinzu kommt Nepals Bewerbung um BRICS-Mitgliedschaft, die im Januar 2025 gestartet wurde. „Wir haben das schon bei anderen Ländern gesehen: Sobald sie BRICS beantragen, passiert etwas. Das ist kein Zufall.“

Pacini warnt: Die Destabilisierung Nepals provoziert China und Indien – gemeinsam oder gegeneinander. „Es schafft einen Brennpunkt in den Bergen, der strategisch sensibel ist.“ Für Europa mag das fern wirken, doch für Großbritannien ist es ein letzter Machtanker in der Region. „Sie wissen, wo sie zuschlagen müssen. Nach Nepal könnte Bangladesch dran sein.“ Dennoch: China und Indien haben eigene Investitionen in Nepal und sind Supermächte, die ohne britische Hilfe auskommen. „Wenn sie zusammenarbeiten, werden sie Helden. Ein neutraler Vermittler wie Russland – mit dem Nepal enge Bande knüpft – könnte helfen.“ Pacini plädiert für Unabhängigkeit: „BRICS-Länder müssen sich wehren, damit sie nicht gegeneinander gehetzt werden.“

Aspekte der Nepal-KriseDetails
AuslöserProteste gegen Korruption und Social-Media-Bann; „Nepo-Kids“-Kampagne auf Social Media.
Folgen30 Tote, Brände am Parlament, Regierungsgebäuden; PM Oli zurückgetreten; Armee übernimmt.
Geopolitische ImplikationenWestliche (UK) Einflussnahme gegen Indo-Chinesische Annäherung; BRICS-Bewerbung als Katalysator.
Mögliche LösungÜbergangsregierung; Dialog mit Gen-Z-Protestlern; Neutraler Vermittler (z.B. Russland).

Katar-Angriff: Nahost-Tensionen und der Widerstand der Achse

Von Asien zum Nahen Osten: Der israelische Luftangriff auf Doha am 9. September 2025, bei dem Hamas-Führer getötet werden sollten, hat die Region weiter entzündet. Sechs Hamas-Mitglieder starben, darunter der Sohn des Verhandlungsführers Khalil al-Hayya, doch die Top-Führung überlebte. Katar, als Vermittler im Gaza-Konflikt, nannte es „Staatsterrorismus“ und eine Verletzung der Souveränität. Die USA distanzierten sich, warnten aber Katar im Voraus – ein widersprüchliches Signal.

Pacini, der kürzlich in Katar war, spürt die Spannungen: „Die Atmosphäre ist hochgeladen. Katar hat immer egoistisch gehandelt – finanzielle Hilfe für die Achse des Widerstands, aber immer im Eigeninteresse.“ Als Standort der größten US-Militärbasis im Nahen Osten ist Katar ein „Feuerpunkt“ für US-Operationen. Der Angriff knüpft an den 12-Tage-Krieg zwischen Iran und Israel im Juni 2025 an: Israel griff iranische Nuklearanlagen an, Iran konterte mit Raketen; die USA mischten sich ein und zerstörten Teile des iranischen Programms. Ein Waffenstillstand wurde am 24. Juni vermittelt, doch Infiltrationen in der Achse wurden aufgedeckt – einige Getötete waren mit dem Westen verbunden. „Nicht alle Toten werden als Märtyrer gefeiert“, sagt Pacini aus Teheran-Erfahrungen.

Der Doha-Angriff verletzt Abkommen: Hamas-Führung war tabu. „Israel signalisiert Iran: Wir respektieren keine Deals.“ Netanyahu, „Meister des Jahrhunderts“, könnte bald fallen – kompromittiert und ersetzbar durch einen handhabbareren Zionisten. Pacini appelliert an die Achse: „Lernt Unabhängigkeit. Verlasst euch nicht auf Israel, USA oder Saudi-Arabien. Arbeitet allein – wie BRICS es tut.“

BRICS-Expansion unter Beschuss: Westliche Strategie enttarnt

Die BRICS-Staaten – nun erweitert um Ägypten, Äthiopien, Iran, UAE und Indonesien – stehen im Fokus westlicher Angriffe. Nepals Bewerbung und der Katar-Vorfall passen ins Muster: Sobald Länder BRICS anstreben, hagelt es Störungen. Der Eilgipfel am 8. September 2025, einberufen von Brasiliens Lula, reagierte auf Trumps 50%-Zölle gegen BRICS-Exporte. Lula nannte Zölle „Erpressung“, Xi Jinping warnte vor Handelskriegen.

Pacini: „BRICS ist ein geoeconomisches Partnerschaft, das mit Soft Power politisch wirkt.“ Trump attackiert, um den kollabierenden Dollar zu stützen – US-Schulden explodieren, die Wirtschaft basiert auf Importen. Doch BRICS zeigt Resilienz: „Es funktioniert – Länder können dem Dollar entkommen.“ Lula, unter US-Druck (CIA-Infiltration in Brasilien), testet BRICS-Solidarität. Brasilien vetoete Venezuelas Beitritt, nun sucht es Kooperation.

De-Dollarisierung schreitet voran – nicht durch eine neue Währung, sondern via nationaler Exchanges und BRICS-Pay. „Russland war genial: Sie testeten Märkte, ohne zu forcieren.“ Putin: Niemand will den Dollar zerstören – er ist nützlich im Kollaps. Der Prozess dauert 10–15 Jahre, doch er begrenzt US-Militärambitionen: „Waffen werden mit Dollars bezahlt.“

BRICS-Gipfel 8.9.2025Schlüsselpunkte
TeilnehmerLula (Brasilien), Xi, Modi (vertreten durch Jaishankar), Putin u.a.
ThemenTrump-Zölle bekämpfen; Multilateralismus stärken; De-Dollarisierung vorantreiben.
ErgebnisKein anti-US-Gipfel, aber Aufruf zu lokalen Währungen; Solidarität getestet.

Myanmars Goldenes Land: Nuklearmacht und Unabhängigkeit vom Westen

Schließlich Myanmar: Ein Land ohne offizielle Westkontakte, das multipolaren Wandel vorantreibt. Pacini, Autor des Buches Myanmar: The Golden Land (auf Italienisch, Englisch, Französisch, Burmesisch, Chinesisch, bald Russisch), sieht es als „wichtiges Land für Südostasiens Entwicklung“. Myanmar schneidet US-kontrollierte Seewege wie die Malakka-Straße und stärkt Bande zu Indien und China. Ein Deal mit Russland und Belarus für ein 110-MW-SMR (Small Modular Reactor) macht es zur ersten Nuklearmacht der Region – inklusive Waffenpotenzial.

Wahlen im Dezember 2025 ohne UN-Beobachter: Stattdessen BRICS- und SCO-Experten. „Myanmar ist reich an Ressourcen – Gold, Mineralien – und bereit für Multipolarität.“ Pacini hielt Vorlesungen für 2000 Studenten: „Sie sind multipolar erzogen.“ Myanmar bewirbt sich um BRICS und neue Anti-Terror-Allianzen – ein Vorbild für kleine Länder.

Fazit: Multipolarität siegt – wenn Asien zusammenhält

Asiens Aufstieg ist unaufhaltsam, doch der Westen setzt alles auf Destabilisierung. Nepal, Katar und Trumps Zölle sind Symptome eines Kampfes um die Weltordnung. Pacini: „BRICS muss einig bleiben. Myanmar zeigt: Selbst kleine Nationen können erste Reihe spielen.“ Europa sollte lernen: Frieden und Prosperität liegen in Kooperation, nicht in Konfrontation. Bleiben Sie dran bei Think BRICS – abonnieren Sie für mehr Analysen. Die Zukunft gehört Asien.