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Covid-Lockdowns „hinderten Babys daran, sprechen zu lernen“

Covid-Lockdowns wurden mit einem starken Anstieg von Sprach- und anderen Entwicklungsproblemen bei Babys und Kleinkindern in Verbindung gebracht, wie die bisher größte Studie ergeben hat. The Telegraph berichtet.

Experten der University of Edinburgh untersuchten die Auswirkungen aufeinanderfolgender Lockdowns und sozialer Distanzierungsmaßnahmen auf mehr als eine Viertelmillion Babys und Kleinkinder.

Sie stellten fest, dass die Zahl der Kinder mit mindestens einem Entwicklungsproblem zwischen März 2020 und August 2021 um bis zu 6,6 % zunahm – dem Zeitraum, in dem der erste Lockdown begann und endete.

Etwa eines von zehn Kindern im Vereinigten Königreich hat eine Entwicklungsauffälligkeit, die Probleme im Verhalten, in der emotionalen Regulation, in sozialen Fähigkeiten oder in der motorischen Entwicklung umfassen kann.

Die Autoren des Berichts erklärten, der Anstieg könne mit „reduzierter sozialer Interaktion und verringerter Teilnahme an frühkindlichen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen“ während dieses Zeitraums zusammenhängen, die eine „wichtige Rolle in der kindlichen Entwicklung“ spielen. …

Die jüngste Forschung untersuchte das Ausmaß der Schäden an der Entwicklung jener Kinder, die noch nicht die Schule begonnen haben, wobei 18 Monate Restriktionen mit einem Anstieg von Entwicklungsproblemen zusammenfielen, darunter Sprache und Kommunikation, Verhalten und Problemlösung.

Die Untersuchung umfasste etwa 258.000 Kinder im Alter von 13 bis 15 Monaten sowie 27 bis 30 Monaten in Schottland, wo die Beschränkungen dieselben waren wie im restlichen Vereinigten Königreich.

Dies entsprach 80 % der Kinder im Land, und sie wurden zwischen Januar 2019 und August 2023 beobachtet, um Trends vor und nach den Lockdowns zu erfassen.

Die Studie war die größte Analyse von Daten zur Bewertung der Auswirkungen der Covid-Beschränkungen auf die kindliche Entwicklung in Europa.

Die Forscher stellten fest, dass der Anteil der Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten auch nach dem Ende der Maßnahmen im August 2021 höher blieb als vor der Pandemie.

Besonders besorgniserregend war, dass der Anteil der Kinder im Alter von 13 bis 15 Monaten mit Problemen weiter anstieg, selbst nachdem die Lockdowns beendet worden waren. Bei den 27- bis 30-Monate alten Kindern hörte der Trend zwar auf zu steigen, blieb aber über dem Niveau vor der Pandemie, so die Forscher.