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Das Opfer eines Komplotts

Der Wikileaks-Gründer Julian Assange soll vernichtet werden – zu diesem ­Ergebnis kommt der UNO-Sonderberichterstatter Nils Melzer

In das Komplott sind mehrere westliche Regierungen, das Justizwesen mehrerer demokratischer Länder und die Mehrzahl der «freien Medien» in diesen Ländern verwickelt – so lautet der Verschwörungsvorwurf, den Nils Melzer in seinem Buch, Der Fall Julian Assange, minutiös begründet.
Nils Melzer ist seit 2016 UNO-Sonderberichterstatter für Folter. Als Professor für internationales Recht lehrt er in Genf und in Glasgow. Hätte er sich 2018 zum Fall Assange äußern müssen, hätte Melzer nur müde abgewunken. Ein «zwielichtiger Hacker mit Lederjacke und weißen Haaren, der sich wegen Vergewaltigungsvorwürfen irgendwo in einer Botschaft versteckte» – so sein damaliges Urteil, von dem er uns selbstkritisch erzählt. Im Dezember 2018 erreichte ihn ein Hilfeersuchen der Anwälte von Assange. Melzer klickte es weg. Zu diesem Zeitpunkt saß der «zwielichtige Hacker» schon sechs Jahre lang aus Angst vor einer Auslieferung in die USA bzw. Schweden in der ecuadorianischen Botschaft in London fest – und nichts bewegte sich in seinem Fall.
Wenn Nils Melzer auf die Anfänge seines Engagements zurückblickt, kann er nicht umhin, die