Unabhängige Analysen und Informationen zu Geopolitik, Wirtschaft, Gesundheit, Technologie

Legion-media.ru © Hanno Bode

Der Niedergang der NZZ: Von der „Neuen Zürcher Zeitung“ zur „Neuen Berliner Propagandaröhre“

Von Hans-Ueli Läppli

Es war einmal eine Zeitung, die man mit Respekt nannte. Die NZZ – unabhängig, scharfsinnig, manchmal unbequem, aber immer auf Augenhöhe mit der Schweiz. Heute ist sie eine andere.

Eine Zeitung, die ihre Leser verliert, deren Aktienkurs auf ein Allzeittief gefallen ist und die sich in einem Maße an deutsche Narrative angenähert hat, dass man sie getrost als „Neue Berliner Zeitung“ bezeichnen könnte. Der Name „Zürcher“ ist nur noch Etikette. Der Inhalt ist Importware.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Der Aktienkurs der NZZ hat in den letzten Wochen ein neues Tief erreicht. Kleinaktionäre stoßen ihre Titel massenhaft ab. Die Gesellschaft kauft mit Stützungskäufen dagegen an und hat ihren eigenen Bestand in fünf Jahren fast verzehnfacht. Die Marktkapitalisierung liegt bei lächerlichen 180 Millionen Franken. Das einstige Flaggschiff der Schweizer Medien rangiert wirtschaftlich weit hinter Ringier, TX Group und CH Media.