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Deutschland startet „Weltraumkommando“ zum Schutz der Infrastruktur
Deutsche Militärangehörige gehen zum letzten Airbus A400M, der am 29. Juni 2021 den Flugplatz Mazar-e-Sharif in Richtung Heimat verlässt. (Torsten Kraatz/Bundeswehr)

Deutschland startet „Weltraumkommando“ zum Schutz der Infrastruktur

Das deutsche Militär hat am Dienstag ein „Weltraumkommando“ ins Leben gerufen, das die Aufgabe hat, Satelliten zu überwachen, nach gefährlichem Weltraumschrott Ausschau zu halten und die Aktivitäten anderer Länder zu analysieren.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer stellte das neue Kommando bei einem Besuch des Stützpunktes in Uedem in Westdeutschland vor.

Das Militär reagiere damit „auf die zunehmende Bedeutung des Weltraums für die Funktionsfähigkeit unseres Staates, den Wohlstand unserer Bevölkerung und die steigende Abhängigkeit der Streitkräfte von weltraumgestützten Daten, Diensten und Produkten“, so Kramp-Karrenbauers Ministerium in einer Erklärung.

Ziel ist es, bestehende Fähigkeiten an einem Ort zu bündeln, an dem bereits das Zentrum für Luftoperationen des Militärs angesiedelt ist, und neue hinzuzufügen.

Kramp-Karrenbauer sagte, dass der Begriff „Weltraumkommando“ weit hergeholte Assoziationen mit den Romanen von Jules Verne oder dem Raumschiff Enterprise hervorrufen könnte, aber die Realität sei „weit davon entfernt, so sensationell zu sein“, berichtete die Nachrichtenagentur dpa.

Das deutsche Militär, die Bundeswehr, hat selbst sechs Satelliten im Orbit. Der Minister sagte, Weltraumeinsätze seien für Deutschland „immer defensive Einsätze“ – zum Beispiel um sicherzustellen, dass die Infrastruktur nicht gefährdet wird.

Die Vereinigten Staaten haben bereits ein Weltraumkommando, dessen Aufgabe es ist, Operationen wie die satellitengestützte Navigation und Truppenkommunikation zu ermöglichen und vor Raketenstarts zu warnen.