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Erkenne den Sonderling – NATO-„Verteidigungs“-Ausgaben

Erkenne den Sonderling – NATO-„Verteidigungs“-Ausgaben

Als die Staats- und Regierungschefs zum ersten persönlichen NATO-Gipfel seit dem Beginn der Pandemie nach Brüssel kamen, standen in der belgischen Hauptstadt viele Themen auf der Tagesordnung, doch der Fokus lag eindeutig auf Präsident Biden.

Wie Niall McCarthy von Statista anmerkt, bestand Bidens wichtigste Aufgabe darin, die NATO-Verbündeten zu beruhigen, nachdem sein Vorgänger mehrere Mitglieder dafür gegeißelt hatte, dass sie nicht ihren gerechten Anteil an der Verteidigung zahlen, und sogar so weit ging, den Vereinigten Staaten mit dem Austritt aus dem Bündnis zu drohen. Biden hatte auch ernsthafte Gespräche mit dem türkischen Präsidenten Tayyip Erdogan, wobei beide Führer versuchten, eine wachsende Kluft zu reparieren, die durch die Anerkennung des Völkermords an den Armeniern durch das Weiße Haus sowie durch den Rauswurf der Türkei aus dem F-35-Programm durch Washington entstanden war, nachdem Ankara beschlossen hatte, russische S-400 Boden-Luft-Raketen zu kaufen.

Im Jahr 2018 kritisierte Trump eine Reihe von NATO-Mitgliedsstaaten, weil sie die auf dem Gipfel in Wales 2014 vereinbarte Ausgabengrenze von 2 Prozent des BIP nicht einhalten. Trump konzentrierte einen Großteil seiner Kritik auf Deutschland und ordnete den Abzug von 12’000 US-Truppen aus dem Land an, eine Entscheidung, die Biden später rückgängig machte. Nichtsdestotrotz haben seine Drohungen in Verbindung mit erhöhten Militärausgaben sowohl in Russland als auch in China dazu geführt, dass eine Reihe von Staaten ihre Verteidigungsausgaben erhöht haben, um die 2-Prozent-Schwelle zu erreichen oder zu überschreiten.

10 NATO-Mitglieder sind jetzt auf diesem Niveau, nach veröffentlichten Allianzdaten von der letzten Woche, und die Liste umfasst die USA, Großbritannien, Griechenland, Kroatien, Estland, Lettland, Polen, Litauen, Rumänien und Frankreich.

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Auch Deutschland hat seine Ausgaben erhöht. Berlin gab 2018 1,2 Prozent seines BIP für die Verteidigung aus und ist nun auf dem besten Weg, 2021 knapp 1,5 Prozent oder 65 Milliarden Dollar auszugeben – die dritthöchsten Gesamtausgaben in der gesamten Allianz. Die USA haben immer noch die höchsten Gesamtausgaben aller NATO-Länder mit geschätzten 811 Milliarden Dollar für 2021 oder 3,5 Prozent des BIP. Das Vereinigte Königreich wird im Jahr 2021 schätzungsweise 73 Milliarden Dollar oder 2,29 Prozent seines BIP ausgeben und liegt damit an zweiter Stelle. Am anderen Ende der Tabelle hat das kleine europäische Land Luxemburg mit 0,57 Prozent oder 474 Millionen Dollar die niedrigsten Ausgaben im Verhältnis zum BIP in der NATO.