Ein in iranischen Medien verbreitetes Video erhebt einen brisanten Anspruch: Die darin gezeigten Informationen über amerikanische Militärangehörige in den Vereinigten Arabischen Emiraten sollen von einem dort stationierten US-Offizier an die iranische Seite weitergegeben worden sein. Der Sprecher behauptet, man verfüge über interne Angaben zu Arbeitsabläufen, Bewegungen, Unterkünften und Freizeitaktivitäten amerikanischer Soldaten und ziviler Auftragnehmer. Unabhängig bestätigt ist weder die behauptete Quelle noch, auf welchem Weg die Informationen tatsächlich beschafft wurden.
Das Video richtet den Blick insbesondere auf die amerikanische Militärpräsenz in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die USA nutzen gemeinsam mit den Emiraten den Luftwaffenstützpunkt Al Dhafra südlich von Abu Dhabi; zugleich ist der Hafen Jebel Ali in Dubai ein wichtiger Anlaufpunkt der US-Marine im Nahen Osten. Beide Einrichtungen spielten während der bisherigen Auseinandersetzungen mit Iran eine strategisch bedeutende Rolle. Iran hatte bereits angekündigt, amerikanische Einrichtungen in den Golfstaaten als mögliche Ziele zu betrachten, falls diese für Angriffe gegen iranisches Territorium genutzt würden.
🚨 Nach diesem Video ist das US-Militär in Panik. Iran veröffentlicht brisantes Video über US-Militär in den VAE In dem Video wird behauptet, interne Informationen eines in den Emiraten stationierten US-Offiziers erhalten zu haben. Dazu gehören Bewegungsmuster, Unterkünfte… https://t.co/ooNWclPFJ6
— Don (@Donuncutschweiz) October 29, 2026
Die neue Veröffentlichung geht jedoch über die bloße Benennung militärischer Einrichtungen hinaus. Der Sprecher behauptet, Iran kenne auch Bewegungsmuster amerikanischen Personals außerhalb der Stützpunkte und verfüge über Informationen darüber, wo Militärangehörige und Auftragnehmer ihre Freizeit verbringen oder untergebracht sind. Im Video werden zivile Orte ausdrücklich im Zusammenhang mit möglichen Angriffen beziehungsweise sogenannten „Eliminierungsoperationen“ genannt. Aus Sicherheitsgründen werden diese konkreten Bewegungszeiten, Unterkünfte und zivilen Orte hier nicht wiedergegeben.
Die Sprache des Videos ist unmissverständlich. Amerikanische Kräfte werden als „terroristisch“ bezeichnet, und am Ende erklärt der Sprecher, die „Reinigung der Welt“ von amerikanischen und israelischen Kräften habe begonnen. Die Veröffentlichung endet mit der Warnung: „Seid gespannt.“ Damit wirkt der Beitrag weniger wie eine gewöhnliche Geheimdienstenthüllung als wie eine Kombination aus psychologischer Kriegsführung, Abschreckung und offener Drohung.
Ob Iran tatsächlich einen US-Offizier als Quelle gewinnen konnte, bleibt bislang unbelegt. Möglich ist grundsätzlich auch, dass Teile der veröffentlichten Informationen aus offenen Quellen, sozialen Netzwerken, öffentlich zugänglichen Reiseinformationen oder bereits bekannten militärischen Routinen stammen. Dass genau solche Informationen für Iran von erheblichem militärischem Wert sein können, hat allerdings selbst das US-Militär eingeräumt. CENTCOM-Kommandeur Admiral Brad Cooper warnte amerikanische Soldaten im Juli ausdrücklich davor, dass Videos und andere Beiträge aus Mobiltelefonen Iran dabei helfen könnten, US-Einrichtungen und Truppen präziser zu lokalisieren. Der mögliche Nutzen solcher offenen Informationen könne, so Cooper, „in Menschenleben“ gemessen werden.
Das Video erscheint zudem in einer Phase deutlich verschärfter Sicherheitslage. Nach einem aktuellen US-Geheimdienstmemo hat Iran seine Bemühungen verstärkt, amerikanisches Personal im Nahen Osten und darüber hinaus ins Visier zu nehmen. Nach Reuters sollen sich einige mutmaßliche Pläne bereits in fortgeschrittenen Stadien befinden. Washington reagierte mit einer Reduzierung des Personals an mehreren diplomatischen Vertretungen in der Region.
Auch die US-Regierung bewertet die Lage in den Vereinigten Arabischen Emiraten inzwischen als angespannt. Das Außenministerium stufte seine Reiseempfehlung am 23. Oktober auf „Reconsider Travel“ hoch und verweist dabei ausdrücklich auf Terrorismus und den bewaffneten Konflikt. Für amerikanische Regierungsmitarbeiter gelten zusätzliche Reisebeschränkungen zu Militärstützpunkten und kritischer Energieinfrastruktur.
Parallel berichten AP und andere Medien, dass Washington mehrere Golfstaaten auf eine mögliche erneute militärische Eskalation mit Iran nach den US-Zwischenwahlen vorbereitet. Die USA hätten regionale Partner darauf hingewiesen, dass neue Angriffe auf Iran auch eine iranische Reaktion gegen amerikanische Einrichtungen, Energieanlagen und andere kritische Infrastruktur auslösen könnten. Eine endgültige Entscheidung über neue US-Angriffe sei jedoch noch nicht gefallen.
Vor diesem Hintergrund bekommt das iranische Video zusätzliches Gewicht. Selbst wenn die behauptete Infiltration nicht bestätigt werden kann, demonstriert die Veröffentlichung, dass Teheran den Konflikt zunehmend über klassische Militärziele hinaus als Informations- und Geheimdienstkrieg führt. Die Botschaft an Washington lautet offenbar: Iran will zeigen, dass amerikanisches Personal auch außerhalb befestigter Stützpunkte beobachtet werden kann.
Besonders brisant ist dabei, dass die Veröffentlichung zivile Räume mit militärischen Zielvorstellungen verknüpft. Damit steigt nicht nur das Risiko für amerikanische Soldaten und Auftragnehmer, sondern auch für die Zivilbevölkerung in Dubai und Abu Dhabi. Gerade deshalb ist die Echtheit der behaupteten Insiderinformationen entscheidend – und bislang nicht unabhängig bestätigt.
Fest steht jedoch: Die Drohung selbst ist real. Und sie fällt in eine Phase, in der US-Geheimdienste bereits vor verstärkten iranischen Aktivitäten gegen amerikanisches Personal warnen und Washington seine Sicherheitsmaßnahmen im gesamten Nahen Osten verschärft.


