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Neue Studie: DNA-Reste und SV40-Sequenzen in mRNA-COVID-19-Impfstoffen

Eine am 6. September 2025 in der Fachzeitschrift Autoimmunity veröffentlichte Arbeit sorgt für Diskussionen: Ein Team um David J. Speicher, zusammen mit Jessica Rose und Kevin McKernan (Medicinal Genomics), untersuchte mRNA-Impfstoffe von Pfizer-BioNTech und Moderna. Sie fanden darin messbare Mengen an Restplasmid-DNA – und in Pfizer-Fläschchen zusätzlich ein Fragment mit sogenannten SV40-Promotor-Enhancer-Sequenzen.

Die Kernfrage: Überschreiten diese DNA-Reste die international geltenden Grenzwerte – und falls ja, welche Bedeutung hat das für Sicherheit und Zulassung?

Studiendesign & Methoden

  • Proben: 32 Fläschchen aus 16 Chargen (10 Pfizer / 22 Moderna) aus kanadischen Apotheken.
  • Tests:
    • qPCR auf Spike-Sequenz, Plasmid-Ori und SV40-Elemente.
    • Fluorometrie zur Messung der gesamten Nukleinsäuremenge (inkl. DNA).
    • Nanopore-Sequenzierung eines Fläschchens zur Schätzung der Fragmentlänge.
    • DNase-I-Test, um zu prüfen, ob die DNA in Lipid-Nanopartikeln (LNPs) geschützt war.
  • Zusatz: Explorative Korrelation der DNA-Mengen mit VAERS-Meldungen zu Nebenwirkungen.

Zentrale Ergebnisse

  • qPCR: Alle Pfizer-Fläschchen waren positiv für Spike, Ori und SV40; Moderna-Fläschchen für Spike/Ori, aber SV40-negativ.
  • Menge: Pfizer: 0,22–7,28 ng DNA/Dosis; Moderna: 0,01–0,78 ng. In 2 Pfizer-Chargen lagen die SV40-Werte über dem WHO/FDA-Grenzwert von 10 ng.
  • Fluorometrie: Deutlich höhere Werte – Pfizer: 371–1.548 ng/Dosis, Moderna: 1.130–6.280 ng/Dosis. Diese Werte liegen um das 36–627-Fache über den WHO/FDA-Leitlinien.
  • Nanopore: Fragmente von durchschnittlich 214 bp bis zu 3,5 kb Länge.
  • DNase-I: DNA blieb weitgehend stabil – Hinweis auf LNP-Schutz.
  • Hochrechnung: Milliarden DNA-Fragmente pro Dosis, möglicherweise zellgängig durch LNP-Verkapselung.

Einschränkungen

  • Probenherkunft: Fläschchen aus Apotheken, keine Herstellerauswahl, nur ein Fläschchen sequenziert.
  • Methodik: qPCR und Fluorometrie nicht nach internationalen Standards validiert; mögliche Messverzerrungen durch RNA-Reste oder LNPs.
  • Diskrepanzen: qPCR und Fluorometrie liefern stark unterschiedliche Ergebnisse.
  • Grenzwerte: Der WHO/FDA-Wert (10 ng/Dosis) stammt aus älteren Impfstoff-Typen; seine Übertragbarkeit auf LNP-mRNA ist unklar.
  • Klinische Relevanz: Keine Daten zu gesundheitlichen Folgen. VAERS-Vergleiche sind rein explorativ und nicht beweisend.
  • Interessenkonflikte: Ein Autor arbeitet für den Hersteller der eingesetzten Testkits.

Fazit & Bedeutung

Die Studie weist auf ein analytisch glaubwürdiges Signal hin: Rest-DNA in teils hohen Mengen, dazu SV40-Sequenzen in Pfizer-Fläschchen. Das bedeutet nicht, dass SV40-Viren vorhanden sind oder dass automatisch ein Gesundheitsrisiko besteht.

Doch: Die Befunde werfen Fragen für Hersteller und Regulierungsbehörden auf. Insbesondere, wie viel DNA (und welcher Art) in LNP-mRNA-Impfstoffen akzeptabel ist, und ob bestehende Grenzwerte angepasst werden müssen.

Die Autoren fordern unabhängige, standardisierte Nachuntersuchungen mit größerer Stichprobe. Klinisch bleibt die Relevanz der Funde offen – hier besteht Forschungs- und Klärungsbedarf.