Britische Polizei verlangt Entschuldigung von Krebspatientin wegen Facebook-Post
Wenn man dachte, die britische Zensur hätte ihren Tiefpunkt erreicht, kommt gleich der nächste Schlag mit dem Vorschlaghammer.
Im Juni erschien die Polizei von Thames Valley an der Haustür von Deborah Anderson – Mutter von zwei Kindern, Krebspatientin, Mitglied der Free Speech Union und, wie sie selbst sagt, „eine ältere Frau“. Der Vorwurf? Ein Kommentar auf Facebook, der „jemanden verärgert“ haben soll.
Von Verbrechen zu „jemand ist beleidigt“
Damit war die Situation endgültig grotesk: Es ging nicht mehr um Straftaten, nicht um Gerechtigkeit – sondern schlicht darum, dass jemand sich gekränkt fühlte. Und genau das wurde nun offenbar zum Einsatzgrund für die Polizei.
Anderson schilderte die Szene mit trockenem Humor:
„Ich bin Mitglied der Free Speech Union und amerikanische Staatsbürgerin. Ich werde Elon Musk auf Sie hetzen, so schnell, dass Ihre Füße den Boden nicht mehr berühren.“
Polizeiarbeit als Satire
Der Beamte schlug ihr ernsthaft vor, sich doch einfach zu entschuldigen – dann sei die Sache erledigt. Ein völlig neues Polizeiprinzip: „Entschuldigen Sie sich, dann verschwenden wir keine weitere Zeit.“
Anderson jedoch weigerte sich. Keine Entschuldigung, kein Mitspielen in diesem absurden Theater, in dem „beleidigt sein“ mittlerweile als eigene Straftatkategorie durchgeht.
Ihre bissige Frage:
„Gibt es keine Häuser, die gerade ausgeraubt werden? Keine Vergewaltigungen, keine Morde?“
Die Antwort des Beamten:
„Ja, das alles passiert auch.“
Ein Symptom des neuen Normalzustands
Der Fall von Deborah Anderson ist kein Einzelfall. Erst kürzlich wurde Graham Linehan, der irische Schöpfer der Serie Father Ted, am Flughafen Heathrow von fünf bewaffneten Beamten festgenommen – wegen drei Tweets zu Transgender-Themen. Linehan kam aus Arizona zurück, nicht aus einem Krisengebiet.
Fazit: Vom Rechtsstaat zur Gefühls-Polizei
Was in Großbritannien passiert, wirkt wie eine Low-Budget-Dystopie, die mit aller Macht Realität werden soll: Polizisten, die Krebspatientinnen an der Haustür zum Kniefall drängen, weil jemand im Internet beleidigt ist.
Statt „Schützen und Dienen“ heißt es nun: „Sag Entschuldigung – dann lassen wir dich vielleicht in Ruhe.“
Das Video mit deutschen Untertiteln:


