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„Redaktionschefs identifizieren sich mit der politischen Leitlinie der Regierungsparteien“

„Redaktionschefs identifizieren sich mit der politischen Leitlinie der Regierungsparteien“

Der Medien- und Kommunikationswissenschaftler Michael Haller mahnt Medien und Journalisten, ihrer Aufgabe gerecht zu werden, aufzuklären. Das gilt aus seiner Sicht gerade während der Corona-Krise. Multipolar hat mit ihm darüber gesprochen und ihn auch gefragt, wie er die Aktivitäten der Landesmedienanstalten gegen Online-Medien einschätzt. Haller warnt, dass es nicht zu Erscheinungen einer Zensur kommen darf. Er fordert zugleich von den Medienkritikern, auf Tatsachen statt auf unbewiesene Behauptungen zu setzen – und von den Mainstream-Medien mehr kritische Distanz gegenüber der Politik.

Multipolar: Wie ist das Vorgehen von Landesmedienanstalten gegen unabhängige Online-Medien einzuschätzen, die Letzteren vorwerfen, journalistische Standards nicht einzuhalten? In dem Zusammenhang hat bereits im April 2020 unter anderem der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, Wolfgang Kreißig, erklärt, der neue Medienstaatsvertrag ermögliche es, gerade in der Corona-Krise gegen Falschmeldungen vorgehen zu können. So erscheint das Vorgehen nicht zufällig.

Haller: Sie spielen offenbar auf einen Bericht im Deutschlandfunk von Mitte Februar an,