Unabhängige Analysen und Informationen zu Geopolitik, Wirtschaft, Gesundheit, Technologie

Seltsame Weihnacht: „Der Heckrubel“

Gute Weihnachtsgeschichten fangen auf geheimnisvolle Weise etwas vom tieferen Sinn des Weihnachtsfestes ein. Die Erzählung „Der Heckrubel“ des russischen Schriftstellers Nikolai Leskow, der zu Lebzeiten, neben Dostojewski und Tolstoi, als der bedeutendste russische Prosa-Autor galt, führt uns langsam und unmerklich in eine innere seelische Verwandlung, ohne die das Christkind sozusagen in der Krippe unseres Herzens nicht geboren werden kann. Und darauf kommt alles an, wie Angelus Silesius in den Worten festgehalten hat: „Wird Christus tausendmal in Bethlehem geboren / und nicht in dir, du bleibst noch ewiglich verloren.“ (hl)

Der Heckrubel

von Nikolai Leskow

Es gibt einen Aberglauben, daß es möglich sei, mittels übernatürlicher Kräfte einen Heckrubel zu erhalten, das heißt einen Rubel, der, wie oft man ihn auch ausgäbe, immer wieder heil in die Tasche zurückkehrt. Allein um einen solchen Rubel zu erhalten, muss man zuvor große Ängste ausstehen. Alle kann ich nicht mehr aufzählen, aber ich erinnere mich noch daran, daß man unter anderem eine schwarze Katze ohne die geringsten Flecken nehmen müsse und diese in der Weihnachtsnacht an der Kreuzung von vier Straßen, von denen die eine unbedingt zum Friedhof führen muß,