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Trotz Sanktionen ist der Rubel stärker als vor dem Krieg. Warum?

Trotz Sanktionen ist der Rubel stärker als vor dem Krieg. Warum?

Es ist offiziell: Der russische Rubel ist im Moment mehr US-Dollar wert als vor dem Einmarsch in die Ukraine.

Am 22. Februar dieses Jahres wurde ein US-Dollar für etwas mehr als 79 Rubel gehandelt. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts liegt er bei 78.

Das Gleiche gilt für das britische Pfund (vorher rund 108 Rubel, jetzt 102) und den Euro (vorher 88 Rubel, jetzt 84).

Im Großen und Ganzen ist der Rubel stärker als vor dem Krieg. Wie konnte das passieren?

Sollten nicht die NATO, die EU und der Rest der „internationalen Gemeinschaft“ die russische Wirtschaft mit scharfen Sanktionen lahmlegen?

In den Medien wird behauptet, dass die Stärke des Rubels „möglicherweise illusorisch“ sei oder dass Russland ein „Schlupfloch“ in den Sanktionen ausgenutzt und eine „finanzielle Alchemie“ eingesetzt habe, um den Rubel zu „retten“.

Zur Erinnerung: Im Jahr 2014, als der Westen Russland wegen des Krim-Referendums mit Sanktionen belegte, verlor der Rubel fast die Hälfte seines Wertes.

Er erholte sich 2016 leicht und hat sich seither stabilisiert, hat aber nie auch nur annähernd den Wert von vor der Krim erreicht.

Vermutlich hatten die früheren Sanktionen also kein „Schlupfloch“, und/oder die Russen wussten damals entweder nichts von dieser „Finanzalchemie“ oder beschlossen einfach, sie nicht zu nutzen.

Natürlich gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen 2014 und 2022 – den Ölmarkt.

Wie wir bereits geschrieben haben, haben die USA und Saudi-Arabien 2014/15 den Markt mit billigem Öl überschwemmt und den Preis in den Keller gedrückt. Russland (und Iran und Venezuela) erlitten dadurch enorme wirtschaftliche Schäden.

Doch anstatt diese Taktik zu wiederholen, hat Saudi-Arabien seine Preise erhöht.

Die westliche Presse behauptet, die USA hätten Saudi-Arabien aufgefordert, die Ölproduktion zu erhöhen, und das Land habe sich geweigert. Sie behaupten, Saudi-Arabien habe sich „auf die Seite Russlands gestellt“ und müsse „bestraft“ werden.

In der Zwischenzeit hat die Türkei den Prozess gegen die saudischen Staatsbürger, die den Journalisten Jamal Khashoggi ermordet haben sollen, ausgesetzt – ein Schritt, der die saudische Regierung sehr freuen dürfte.

Der Westen scheint genauso schlecht darin zu sein, seine fehlbaren Verbündeten zu „bestrafen“, wie er den Wert der russischen Währung in den Keller treibt.

Kurzum: Der Ölpreis steigt und der Rubel ist genauso viel wert wie vor dem Krieg.

Gleichzeitig erwarten Europa und die USA eine Lebensmittel- und Benzinknappheit, sehen Rekordpreise für Benzin und sprechen über Rationierungen.

Letzte Woche schrieben wir einen Artikel mit der Frage: „Ist Russland das ECHTE Ziel der westlichen Sanktionen?“ Hier zu finden.

Je länger der Krieg dauert und je stärker der Rubel wird, desto deutlicher wird die Antwort.