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UN-Sonderberichterstatter Nils Melzer ruft Opfer und Zeugen von der Polizeibrutalität in Amsterdam auf, sich zu melden

UN-Sonderberichterstatter Nils Melzer ruft Opfer und Zeugen von der Polizeibrutalität in Amsterdam auf, sich zu melden

Die Szenen, die sich am Sonntag in Amsterdam abspielten, wären in einem Land wie Nordkorea nicht fehl am Platz. Die Bilder eines Demonstranten, der von einem Polizeihund gepackt und mit einem Schlagstock geschlagen wurde, wurden millionenfach angesehen.

Die ganze Welt ist empört. „Es ist nicht übertrieben, dies als ‚Tyrannei‘ zu bezeichnen. Dieses Video ist die Definition von Tyrannei. Sie sehen es. Schauen Sie nicht weg“, schrieb der amerikanische Radiomoderator Buck Sexton.

Maxime Bernier, Vorsitzender der kanadischen Volkspartei, fragte: „Der Faschismus ist überall auf dem Vormarsch. Werden Sie schweigen?“ Die amerikanische Kommentatorin, Autorin und Bloggerin Katie Pavlich antwortete: „Schrecklich“.

„Leute, wacht auf, bevor es zu spät ist“, warnte der US-Kongressabgeordnete Thomas Massie. „Weißrussland? Hongkong? Europäische Union“, twitterte der Redakteur und Kolumnist Michael Ziesman.

Die Bilder erregten auch die Aufmerksamkeit des UN-Sonderberichterstatters für Folter, Nils Melzer. Er ruft Opfer und Zeugen von Polizeigewalt auf, sich zu melden. In diesem Jahr reist Melzer zu einem offiziellen Besuch in die Niederlande, nach Frankreich und Polen, um über Polizeigewalt zu sprechen.

„Die Polizeigewalt gegen Demonstranten in Amsterdam verbreitet sich wie ein Virus. Wie wird Halsema dies Nils Melzer, dem Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen über Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe, erklären?“, fragt sich Regisseur Dick Maas.

Der Autor und Redner Hans van Tellingen fügt hinzu: „Die Niederlande – und insbesondere der Bürgermeister und der Premierminister – sehen nach dem heutigen Tag auf dem Museumplein gut aus.“

Der Fotograf und Kameramann Guus Schoonewille sah, wie die Polizei die Menge in eine Straße trieb, wo ein ME-Zug mit Hunden wartete. „Ich habe es satt. Ich möchte der Sache gerne auf den Grund gehen. Bart Maes, etwas für dich?“, fragt er. „Das kann doch nicht wahr sein, oder? Man kann nicht Tausende von Menschen auf eine Straße schicken und sie dann mit Knüppeln und Hunden wieder aufhalten.“

Rechtsanwalt Maes sagt, er werde heute eine umfangreiche Strafanzeige bei der OM einreichen. „Die Polizei kann sich zusammenreißen“, sagt er. Zuvor hatte Melzer die Polizeigewalt während einer Corona-Demonstration in Berlin untersucht.