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Egon W. Kreutzer

Es gibt erstaunlich wenig populärwissenschaftliche Literatur über das Verhalten von Festkörpern bei der Einwirkung von gewaltigem, punktuellem Druck. Von daher weiß ich nach wie vor nicht, wie weit die GBU 57 Bomben tatsächlich in felsigen Untergrund eindringen können. Dass die Amis ein paar Löcher ins Gebirge gestanzt haben, sollen Satellitenbilder beweisen. Dass das keine Krater geworden sind, erklärt sich aus der Funktionsweise der Bomben. Die Explosion des Sprengstoffes soll ja erst erfolgen, wenn sie bis ins Ziel, also in die Kavernen mit den unterirdischen Anlagen zur Urananreicherung eingedrungen sind. Ich könnte mir vorstellen, dass dabei versucht wird, jenen Effekt zu nutzen, der von Hohlladungsgranaten bekannt ist, dass sich nämlich die Kristallgitter der Panzerung durch die Wucht des auftreffenden Metallstrahls auflösen, so dass sich der Panzerstahl faktisch wie eine Flüssigkeit verhält. Die theoretischen Grundlagen sollen sich noch nicht vollständig in mathematische Modelle übertragen lassen, aber die praktischen Beweise bestätigen, dass das praktisch unbeschädigte Durchdringen von mehrere Meter dickem Beton möglich ist.