Caitlin Johnstone
Die Asche einer brennenden Welt
Das Pentagon will live übertragen, wie Schüsse einen Menschen erschlagen. Den Schützen von Fort Hood, vor aller Augen, als Spektakel für die Massen, die noch daran glauben.
Mein Kopf ist schwer, ich kann kaum noch stehen, und wohin ich auch blicke, ist Asche zu sehen. Die Asche eines Planeten, der in Flammen vergeht, während die Welt sich weiter und weiter dreht.
Am Bach bei meinen Eltern, im schlammigen Grund, fand ich einen Wassergeist, tot und wund. Als ich noch klein war, spielte sie mit mir, jetzt lag sie im Plastik, verlassen, gleich hier.
Verfangen in Kleidern vom Versandhaus der Welt, die Flügel herausgerissen, ihr Leib entstellt. Sie wäre älter geworden als mein Heimatland, doch jetzt lag sie leblos am schmutzigen Strand.
Also zur Hölle, warum denn nicht? Übertragt die Erschiessung im grellen Licht. Mit Werbung für Kalshi, für Crypto.com, und die Marines werben gleich hinterher um Rekruten, jung und dumm.
Lasst Joe Rogan moderieren, Kevin Hart dazu, die Kameras laufen, das Publikum schaut zu. Versteigert die Leichenteile, Stück für Stück, an lüsterne Gestalten aus Epsteins Zirkel zurück.
Nur zu, geht aufs Ganze, treibt es auf die Spitze, macht selbst aus dem Sterben noch eine Geschäftsidee und Witze. Verkauft uns den Wahnsinn, verkauft uns das Leid, bis nichts mehr übrig bleibt von Menschlichkeit.
Mein Kopf ist so schwer, die Erdgeister sterben, und ich fühle mich alt zwischen all diesen Scherben. So verdammt alt, als wär alles vorbei, als bräche die Welt vor meinen Augen entzwei.
Ich knie auf den Boden, berühre die Erde, als hoffte ich, dass sie mich noch hören werde. Die Hände im Staub, die Stimme ganz klein, flüstere ich in die Stille hinein:
«Bitte, sag mir, was soll ich tun? Was brauchst du von mir, um endlich zu ruhn?»

