Der Journalist und Buchautor Wisnewski sagt, sein YouTube-Kanal sei nach der Veröffentlichung von Videos zum 11. September 2001 gehackt worden. Im Interview schildert er den Rechtsstreit mit Google und äussert zugleich eine Reihe weitreichender Warnungen: Er sieht Deutschland auf eine Energie- und Wirtschaftskrise zusteuern und deutet den Rückbau von Energieanlagen als gezielte Sabotage. Diese Einschätzungen sind seine Aussagen im Gespräch.
Gehackter Kanal: Google soll eingreifen
Wisnewski berichtet, er habe mit seinem Sohn zwei Gespräche über den 11. September 2001 auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht. Einige Tage nach dem 25. Jahrestag der Anschläge sei sein Google- und YouTube-Kanal gehackt worden. Er habe die von Google angebotenen Wiederherstellungsverfahren durchlaufen, sei damit aber nicht weitergekommen. Die Hacker hätten den Namen des Kanals im Backend geändert; deshalb könne er sich mit seinem Benutzernamen nicht mehr anmelden und den Kanal weder kontrollieren noch verwalten.
Wisnewski hält den nicht mehr von ihm kontrollierten Kanal für ein Sicherheitsrisiko: In seinem Namen könnten falsche oder schädliche Inhalte verbreitet werden. Er vergleicht den Kanal mit einem manövrierunfähigen Schiff, das unkontrolliert im Internet treibe. Weil der Kanal auf Googles Infrastruktur gehostet werde und der Konzern die Vorgänge nachvollziehen könne, müsse Google nach seiner Auffassung handeln. Die automatisierten Hilfsangebote hätten in seinem Fall nicht genügt; insbesondere sei die Änderung des Benutzernamens ein Hindernis.
Er habe einen Anwalt eingeschaltet und eine einstweilige Anordnung beantragt. Das Gericht habe Rückfragen gestellt, die seine Seite beantwortet habe; nun hoffe er auf eine baldige Entscheidung. Wisnewski sagt, die Übernahme sei sehr schnell erfolgt: Google habe ihn per E-Mail vor Änderungen an Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse gewarnt, doch innerhalb von vier Minuten sei der Kanal gekapert gewesen. Wer dahinterstecke, wisse er nicht. Er verweist lediglich auf den zeitlichen Zusammenhang mit den veröffentlichten Videos und bezeichnet den Vorgang als professionell. Für die erste Gerichtsinstanz rechnet er nach eigenen Angaben mit Kosten von 5000 Euro; ob weitere Kosten hinzukämen, sei offen.
Energiepolitik als angebliche Sabotage
Ein zentrales Thema von Wisnewskis neuem Jahrbuch, dem zwanzigsten Band seiner Reihe «Verheimlicht, vertuscht, vergessen», sei aus seiner Sicht der «permanente Krieg gegen Deutschland». Als Beispiel nennt er die Abschaltung und anschliessende Sprengung von Kühltürmen an Kernkraftwerken. Statt Anlagen vorübergehend stillzulegen und eine spätere Wiederinbetriebnahme offenzuhalten, würden damit Tatsachen geschaffen und Rückwege versperrt. Wisnewski bezeichnet dieses Vorgehen als Sabotage.
Ähnlich, behauptet er, werde mit deutschen Steinkohle- und Braunkohlevorräten verfahren. Diese seien nationale Reserven, die angesichts einer möglichen Mangellage verfügbar bleiben sollten. Stattdessen würden Braunkohlevorräte nach seiner Darstellung dauerhaft versiegelt. Die konkreten Vorgänge wolle er in seinem Jahrbuch erläutern. Dass Reserven auf diese Weise unzugänglich gemacht würden, wertet er als Zeichen eines «Energiekriegs» gegen Deutschland, der von der deutschen Regierung und den Parteien selbst geführt werde.
Wisnewski führt die hohen Strom- und Spritpreise sowie die Energieknappheit auf politische Entscheidungen zurück. Er wirft der Bundesregierung und den Parteien vor, eine Mangelsituation herbeigeführt zu haben. Seine Deutung verbindet er mit der Vorstellung, Deutschland solle wirtschaftlich und industriell geschwächt werden. Dabei zieht er einen Vergleich zum Morgenthau-Plan und spricht von einem nationalen Selbstmord. Diese politischen Zuschreibungen stellt er als seine Interpretation dar; im Gespräch legt er dafür keine unabhängige Bestätigung vor.
Seine Kritik weitet er auf weitere Bereiche aus. Im Bildungswesen, sagt er, würden die Zustände an Schulen dazu führen, dass aus den heutigen Schülern in zwanzig Jahren keine Ingenieure hervorgingen. Auch Verkehr und andere gesellschaftliche Felder zählt er zu den Bereichen, in denen sich ein hybrider Krieg gegen Deutschland und die westliche Zivilisation abspiele. In einem früheren Buch habe er diese vermeintlichen «Schlachtfelder» systematisch beschrieben.
Rückläufiger Markt für kritische Sachbücher
Wisnewski schildert auch eine schwieriger gewordene Lage für politische und kritische Sachbücher. In Buchhandlungen seien grosse Tische mit solchen Titeln, wie er sie von früher in Erinnerung habe, kaum noch zu finden. Das Angebot sei seiner Einschätzung nach stärker angepasst und das Umfeld für kritische Bücher insgesamt geschrumpft. Er fühle sich dadurch an den Rand gedrängt und sagt, solche Bücher würden von den herrschenden Kräften nicht gewünscht.
Als weiteres Beispiel nennt er Warnhinweise, die laut ihm auf Bücher geklebt worden seien. Diese hätten sinngemäss vermittelt, das Buch entspreche nicht demokratischen Prinzipien. Wisnewski hält solche Hinweise für verkehrt und kritisiert Menschen, die nach seiner Auffassung im Namen der Demokratie gegen vermeintlichen Faschismus vorgingen. Zugleich äussert er grundsätzliches Misstrauen gegenüber staatlichem Handeln. Auch Sozialleistungen und Corona-Hilfen deutet er als Mittel, mit denen der Staat Menschen ruhiggestellt habe, statt aus Solidarität zu helfen. Die Hilfen seien seiner Darstellung nach vor allem dem Selbsterhalt des Staates zugutegekommen.
Warnung vor Mangel, Unruhen und Versorgungsausfällen
Wisnewski prognostiziert, die wirtschaftliche Lage könne sich weiter verschärfen. Hohe Energiepreise und Steuern würden seiner Ansicht nach eine Wirtschaftskrise verstärken; begonnen habe diese Entwicklung bereits mit den Corona-Lockdowns. Er beschreibt das als Abwärtsspirale und warnt vor Knappheiten, Nahrungsmittelmangel, Kämpfen auf den Strassen und Plünderungen. Die Unruhen in Paris, auf die im Gespräch verwiesen wird, seien für ihn ein Hinweis darauf, wie nah solche Entwicklungen sein könnten.
Auch einen möglichen Finanzkollaps und einen «Reset» sieht er im Zusammenhang mit seinen Befürchtungen. Auf die Frage, ob verschiedene Krisen oder Kriege als Auslöser dienen könnten, sagt Wisnewski, man habe wohl mehrere Wege vorbereitet. Seiner Ansicht nach werde ein Zusammenbruch gewollt und geplant; je nach Bedarf könne man unterschiedliche Szenarien nutzen und später behaupten, die Ereignisse seien Schicksal gewesen. Er spekuliert, ein Krieg mit Russland könnte durch andere Konflikte ersetzt werden. Als weiteren Bezug führt er eine angebliche Aussage aus dem Jahr 1945 an, Deutschland werde innerhalb von hundert Jahren aufhören zu existieren, und verbindet diese mit dem Jahr 2045.
Wisnewski deutet zudem den Umgang mit Deutschlands Grenzen und Nationalflagge als Zeichen einer Auflösung des Staates. Grenzen seien für einen Staat oder eine Nation konstituierend, sagt er; Deutschland habe seine Grenzen aber bereits aufgegeben. Die Nationalflagge sei seiner Ansicht nach praktisch verboten: Wer sie zeige, müsse mit der Polizei oder mit Denunziationen durch Nachbarn rechnen. Er erwähnt in diesem Zusammenhang auch, Angela Merkel habe eine Nationalflagge weggeworfen. Aus diesen Beispielen leitet er ab, dass der Staat von innen und aussen ausgehöhlt werde.
Information als wichtigste Vorsorge
Als persönliche Vorsorge empfiehlt Wisnewski vor allem Information und Wachsamkeit. Menschen sollten die Lage beobachten und mit weiteren Angriffen auf die Bevölkerung rechnen. Seine Einschätzung der Corona-Zeit ist dabei besonders zugespitzt: Er bezeichnete die Impfungen als «Giftimpfung» und sagte, informierte Menschen hätten sich nicht impfen lassen und seien deshalb gesund geblieben oder hätten überlebt. Zudem behauptet er, es seien sowohl harmlose als auch gefährliche Chargen verteilt worden. Diese Aussagen gibt er als seine Sicht wieder.
Einen allgemeinen Rat zum Auswandern will Wisnewski nicht geben. Wer in ein anderes Land gehe, könne dort mit Sprachbarrieren, unbekannten Gesetzen und einer fremden Kultur konfrontiert sein. Als Deutscher könne man zudem für wohlhabend gehalten werden. Die Entscheidung müsse deshalb jede Person für sich treffen.
Schliesslich warnt er vor möglichen Blackouts und den Folgen für die Versorgung. Bei einem längeren Stromausfall könnten, so seine Befürchtung, Plünderungen, Überfälle und weitere Gewalt folgen. Hinzu kämen aus seiner Sicht blockierte Transportwege und unterbrochene Lieferketten. Er behauptet, auch die Landwirtschaft werde massiv angegriffen, etwa durch Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Dünger und durch die Zerstörung landwirtschaftlicher Flächen zugunsten von Biogasanlagen. Insgesamt sieht er darin eine Gefahr für die Lebensgrundlagen der Bevölkerung in Deutschland und Europa.


