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Krieg in der Ukraine, Geschäfte für Rothschild: Was Sie wissen müssen

Das ukrainische Finanzministerium hat Rothschild & Co mit der Vorbereitung des Verkaufs von Ukrgasbank und Sense Bank beauftragt. Die Bankengruppe soll Investoren gewinnen und die Auktion organisieren; neben einem festen Honorar ist eine erfolgsabhängige Vergütung von bis zu drei Prozent des Erlöses vorgesehen. Das Ministerium betont zugleich: Der Vertrag überträgt noch kein Eigentum, und beide Banken arbeiten weiter.

Rothschild soll den Verkaufsprozess steuern

Das Ministerium hat eine Zusammenarbeitsvereinbarung unterzeichnet mit N.M. Rothschild & Sons Limited. Der Auftrag umfasst die Koordination der Prüfung der Banken, die Festlegung eines anfänglichen Verkaufspreises, die Suche nach internationalen Investoren und die Organisation der Auktion. Rothschild arbeitet dabei mit der ukrainischen Investmentbank FinPoint zusammen. Die erfolgsabhängige Komponente des Honorars beträgt demnach bis zu drei Prozent des Verkaufserlöses – ein höherer Erlös kann also auch die Vergütung des Beraters erhöhen.

Auf der Verkaufsliste stehen zwei grosse Institute. Ukrgasbank weist eine Bilanzsumme von mehr als 228 Milliarden Hrywnja auf und ist die siebtgrösste Bank des Landes; Sense Bank kommt mit knapp 158 Milliarden Hrywnja auf Rang neun. Zusammen sind sie ein bedeutender Teil des ukrainischen Bankensektors. Der Auftrag bereitet einen möglichen Verkauf vor, vollzieht ihn aber noch nicht.

IMF-Fristen und die Rolle des Staates

Die Ukraine habe sich demnach verpflichtet, für den Verkauf gerade dieser beiden Banken einen Finanzberater einzusetzen. Eine erste Frist Ende September 2024 sei verstrichen, ebenso eine spätere Frist; 2026 sei der Auftrag schliesslich zustande gekommen. Das Medium beschreibt den Schritt als von den Bedingungen internationaler Finanzhilfe geprägt und ordnet ihn in die vom IWF geförderte Privatisierung staatlicher Vermögenswerte ein.

Finanzminister Sergii Marchenko bezeichnet den Prozess als «transparent und wettbewerbsorientiert». Dem stellt die Abhängigkeit der Ukraine von westlicher Finanzierung sowie Rothschilds erfolgsabhängige Vergütung gegenüber und fragt, wie die Interessen der Bevölkerung bei einem Verkauf berücksichtigt werden. Das sind zentrale Spannungen des Vorhabens: Der Staat will einen Käuferprozess organisieren, während der beauftragte Berater bei höherem Erlös zusätzlich verdienen kann.

Frühere Mandate und offene Folgen eines Verkaufs

Rothschild & Co hat die Ukraine bereits bei der Umschuldung staatlicher Verbindlichkeiten beraten. Auch die staatliche Eisenbahngesellschaft Ukrzaliznytsia habe sich in diesem Jahr für die Restrukturierung von Eurobonds an die Gruppe gewandt. Das Medium sieht darin eine wiederkehrende Rolle des Finanzhauses bei ukrainischen Finanzfragen; weitergehende Fragen zur Verbindung internationaler Finanzakteure mit dem Wiederaufbau und der Privatisierung stellt es als offene Fragen, nicht als festgestellte Absprache.

Das Finanzministerium hebt hervor, dass die Vereinbarung keine Eigentumsübertragung bedeutet und die Banken ihren Betrieb für Kunden fortsetzen. Kritiker warnen dagegen vor möglichen Folgen einer späteren Privatisierung: Private Eigentümer könnten nach Einschätzung des Mediums Kredite verteuern, Filialen in dünn besiedelten Gebieten schliessen und Aufgaben zurückfahren, die gesellschaftlichen oder strategischen Zielen dienen. Diese Folgen sind im Artikel als mögliche Konsequenzen eines Eigentümerwechsels beschrieben; der Verkauf selbst ist mit der Beratervereinbarung noch nicht vollzogen.

Damit stehen zwei Dinge gleichzeitig fest: Rothschild soll den Verkauf zweier grosser Staatsbanken vorbereiten, und die Vereinbarung allein überträgt noch keine Anteile. Wie der Prozess die Interessen der ukrainischen Bevölkerung berücksichtigt, wird sich an den weiteren Verkaufsbedingungen und am tatsächlichen Ablauf zeigen.

Quellen: