Vokabelkritik ist zu Kriegszeiten das Gebot der Stunde. Ich veröffentliche ab jetzt in unregelmäßigen Abständen eine Sammlung teils verharmlosender, teils lügenhafter Wörter oder Formulierungen, deren Sinn und Funktion es ist, unsere Gesellschaft – uns alle – möglichst geräuschlos in Richtung „Kriegstüchtigkeit“ umzukrempeln.
Sprache der Stärke
„Angesichts der russischen Bedrohung“, so Friedrich Merz in seiner Regierungserklärung vom 24. Juni, müsse Deutschland eine „Sprache der Stärke“ wählen. Deutschland investiere nämlich auch in die eigene Verteidigung, „weil wir befürchten müssen, dass Russland den Krieg über die Ukraine hinaus fortsetzen wird.“ – Mit dem Wort „Drecksarbeit“ ging der Kanzler, wenn auch in anderem Zusammenhang, schon mal mit gutem Beispiel voran. Und wird sich, was die neue deutsche Großmäuligkeit angeht –

