Peter Haisenko
In einer archaischen Welt der kleinen Gemeinschaften gab es keine Gesetze. Sie waren nicht notwendig, denn wenn sich jemand daneben benahm, der Gemeinschaft schadete und ihren Frieden störte, wurde er ausgesondert, vertrieben. Erst wenn die Gemeinschaften zu groß wurden, mussten Regeln formuliert werden. Aber auch nur, sobald sich jemand unbillige Vorteile ergaunerte, sich unehrenhaft benahm.
Das bekannteste Universalgesetz sind die zehn Gebote, die eben Gebote heißen und keine Gesetze sind. Sie sind kein Gesetz, denn es sind keine Strafen vorgesehen, abgesehen davon, dass man bei Missachtung in der Hölle landen würde. So gesehen, betrachte ich die zehn Gebote eher als einen Moralkodex. Der ist darauf angewiesen, dass Einsicht herrscht und wer sich nicht daran hält, aus der Gemeinschaft ausgesondert wird. Das konnte zur Zeit der Entstehung dieser Gebote das Überleben in Frage stellen. Doch betrachten wir kurz diese Gebote. Allerdings lasse ich die ersten drei aus, denn die beziehen sich nur auf eine Religion.


