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Kai Moorschlatt/dpa (Photo by Kai Moorschlatt/picture alliance via Getty Images)

Die Deutschen haben immer mehr Angst, nach draußen zu gehen – Mehrheit glaubt, dass Polizei die Kontrolle verloren hat

Letzte Woche veröffentlichte die Bundesregierung die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2024 – mit alarmierenden Ergebnissen: Die Gewaltkriminalität in Deutschland hat ein neues Rekordhoch erreicht. Ebenso verzeichnete der Anteil von Ausländern an diesen Gewalttaten einen Höchststand. Die Frage, die sich nun stellt: Wie sicher fühlen sich die Deutschen eigentlich noch?

Eine neue Umfrage, die von INSA im Auftrag der Bild-Zeitung durchgeführt wurde, zeigt: Die Deutschen fühlen sich in ihrem eigenen Land zunehmend unsicher. Eine klare Mehrheit ist sogar überzeugt, dass die Polizei die Kontrolle über die öffentliche Sicherheit verloren hat. Dieses Stimmungsbild deckt sich mit dem seit Jahren sinkenden subjektiven Sicherheitsgefühl der Bevölkerung.

Konkret geben 47 Prozent der Befragten an, dass sich ihr Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum – also auf Straßen, Plätzen oder in Parks – in den vergangenen fünf Jahren verschlechtert hat. Nur 23 Prozent sagen, Deutschland fühle sich heute sicherer an, während 27 Prozent keine Veränderung feststellen.

Besonders brisant: 55 Prozent der Deutschen glauben, dass die Polizei nicht mehr in der Lage ist, die Sicherheit in Deutschland zu gewährleisten. Lediglich 39 Prozent trauen der Polizei diese Aufgabe noch zu.

Weiterhin berichten 30 Prozent der Befragten, dass sie selbst, ein Freund oder ein Familienmitglied bereits Opfer einer Straftat geworden sind.

Auffällig ist, dass diese Erfahrung stark vom politischen Lager der Befragten abhängt. So geben Wähler von CDU/CSU, in der Regel ältere Menschen, seltener an, Opfer von Kriminalität geworden zu sein oder jemanden zu kennen, dem dies widerfahren ist. Dagegen sagen 43 Prozent der Linkspartei-Wähler, also meist jüngere und städtische Bürger, dass sie selbst oder jemand aus ihrem Umfeld von einer Straftat betroffen war.

Diese Zahlen legen nahe: Gerade jüngere Deutsche in urbanen Gebieten, die häufiger mit Kriminalität konfrontiert sind – etwa durch engeren Kontakt mit oftmals ebenfalls jungen, ausländischen Bevölkerungsgruppen – fühlen sich besonders gefährdet. Dennoch scheint diese Erfahrung nicht automatisch zu einer politischen Hinwendung zu rechten Parteien zu führen.

Ein Vergleich über die Jahre zeigt, wie stark das Sicherheitsgefühl abgenommen hat. Im Jahr 2018 sagten noch 28 Prozent, sie hätten Angst, Opfer einer Straftat zu werden. Heute – laut aktueller INSA-Umfrage – sind es bereits 38 Prozent, die angeben, Angst oder sogar große Angst davor zu haben. Nur noch 23 Prozent fühlen sich sicher.

Auch andere Umfragen bestätigen diesen Trend. So zeigte der ARD-Deutschlandtrend vom Juli 2024, dass sich 40 Prozent der Bevölkerung in Deutschland unsicher oder sehr unsicher fühlen. Zum Vergleich: 2017 waren es lediglich 25 Prozent.

Die aktuelle INSA-Erhebung wurde am 3. und 4. April 2025 unter 1.004 deutschen Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt.

Dass diese Ängste nicht unbegründet sind, zeigt die jüngst veröffentlichte Kriminalstatistik: Die Zahl an Morden und schweren Gewalttaten ist auf ein Rekordhoch gestiegen. Der Anstieg wird maßgeblich durch die wachsende Gewalt innerhalb der ausländischen Bevölkerungsgruppen verursacht. Diese Entwicklung spiegelt sich direkt in der steigenden Angst der Deutschen wider – und könnte langfristig gravierende gesellschaftliche und politische Konsequenzen haben.