Unabhängige Analysen und Informationen zu Geopolitik, Wirtschaft, Gesundheit, Technologie

Die erschreckende Wahrheit über die Kosten von Net Zero

Die wahren Kosten von grüner Energie und Net Zero

Das Vereinigte Königreich hat mit Clean Power 2030 eine detaillierte Strategie für den Weg zur Klimaneutralität vorgelegt. Doch es gibt massive Probleme: Zu wenig Kapital, zu wenige Ingenieure und vor allem enorme Kosten.

Trotz gegenteiliger Behauptungen von Ed Miliband schützt die Dekarbonisierung des Stromnetzes nicht vor Preisspitzen. Sein Ministerium verweigert eine glaubwürdige Kostenschätzung für das Net-Zero-Stromsystem. Nachdem Claire Coutinho eine Berechnung beauftragt hatte, ließ Miliband sie kurzerhand streichen.

Eine eigene Analyse zeigt: Das Net-Zero-Netz würde 15 Milliarden Pfund pro Jahr teurer sein als das heutige System – selbst wenn man Krisen wie 2022 mit einrechnet. In normalen Zeiten wird es unbezahlbar sein.

Warum ist Net Zero so teuer?

Obwohl Wind- und Solarenergie kaum direkte Erzeugungskosten haben, sind die Investitionen in neue Infrastruktur enorm:

  • Bau, Wartung und Ersatz unzähliger neuer Anlagen
  • Kosten für die Netzstabilisierung
  • Hohe Strompreise für Verbraucher: Jede britische Familie müsste jährlich 925 Pfund mehr zahlen

Die Wirtschaft kann weitere Energiepreisanstiege nicht verkraften. Zudem drohen Stromausfälle – schon vor 2030, wenn neue Kraftwerke nicht rechtzeitig gebaut werden.

Blackout-Risiko wächst

Großbritannien hat möglicherweise nicht genug Erzeugungskapazität, um das Netz stabil zu halten.

Der Nationale Energiesystembetreiber hofft, dass:
-Die Nachfrage nicht stärker steigt als erwartet
-Irgendwer neue Gaskraftwerke baut
Europäische Nachbarn in einer Krise den Strom nicht für sich behalten

Keiner dieser Punkte ist garantiert. Sollten neue Gaskraftwerke gebaut werden, werden es ineffiziente Open-Cycle-Anlagen sein – teurer und mit mehr Emissionen. Diese Anlagen stehen die meiste Zeit still und müssen bei Wind- und Sonnenflauten für hohe Preise einspringen.

Doppelter Aufwand, doppelte Kosten

Letztlich bleibt Großbritannien beim alten gasbetriebenen Netz, während es zusätzlich ein riesiges erneuerbares System mit doppelter Infrastruktur aufbaut. Kein Wunder, dass das teuer wird.

Im schlimmsten Fall sind die Strompreise so hoch, dass Verbraucher ihn freiwillig oder zwangsweise abschalten müssen.

Net Zero ist unbezahlbar – Kurswechsel nötig

Großbritannien braucht wirtschaftliches Wachstum – doch Net Zero ist nicht finanzierbar.

Die politische Landschaft verändert sich bereits:
Kemi Badenoch gibt zu, dass die Tories bei Net Zero falsch lagen
Reform UK will gegen erneuerbare Energien vorgehen
Der parteiübergreifende Konsens zu Net Zero ist gebrochen

Für Investoren bedeutet das Unsicherheit. Ohne starke staatliche Unterstützung lohnt sich die „Energiewende“ nicht – weder für Wind- und Solarenergie, noch für Batterien oder Übertragungsleitungen. Wer ein neues Gaskraftwerk plant, dürfte lieber abwarten.

Da viele bestehende Kraftwerke stillgelegt werden, drohen weitere Stromausfälle.

Das Vereinigte Königreich braucht dringend eine neue energiepolitische Strategie, bevor die Situation eskaliert.

*

Gordon Hughes ist ehemaliger Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität von Edinburgh und war bis 2001 leitender Berater für Energie- und Umweltpolitik bei der Weltbank