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Die planetarische Katastrophe droht
Ein Zitat von Charles Bukowski: „Wir werden alle sterben, jeder von uns, was für ein Zirkus! Das allein sollte uns dazu bringen, uns zu lieben, aber das tut es nicht. Wir werden von Nebensächlichkeiten terrorisiert und plattgemacht, wir werden vom Nichts aufgefressen.“

Die planetarische Katastrophe droht

Caitlin Johnstone

Terrorisiert und plattgemacht von Nebensächlichkeiten, aufgefressen vom Nichts. Ich denke oft über dieses Zitat nach, nicht nur im Hinblick auf die Unvermeidlichkeit unseres individuellen Todes, sondern auch auf den sich abzeichnenden Tod der ganzen Welt.

Die Website Antiwar.com [1] hat eine gute Übersicht über die vielen Eskalationen im Kalten Krieg der USA gegen Russland und China erstellt, welche jetzt fast täglich neu auftreten. Gleich auf der Titelseite ist heute (25.11.2021) eine Story über die Überlegungen der USA erschienen, mehr Militärhilfe für die Ukraine bereitzustellen, aufgrund der Anschuldigung, Russland plane eine Invasion [2]. Eine andere Story erschien über die Behauptung Moskaus, US-Bomber hätten gerade einen Atomschlag gegen Russland simuliert und ihre Aktivitäten entlang der russischen Grenze erheblich verstärkt [3]. Eine weitere Story erschien über Pekings Verärgerung, wegen der zunehmenden US-Kriegsschiff-Aktivitäten in der Straße von Taiwan [4]. Eine weitere Story erschien über die Zusicherung Peter Duttons, des australischen Verteidigungsministers, dass sich Australien, um Taiwan zu verteidigen, den USA in einem Krieg gegen China anschließen würde [5]. Und noch eine Story erschien, über die Unterzeichnung eines Abkommens zur Vertiefung der militärischen Zusammenarbeit zwischen Peking und Moskau, um Feindseligkeiten aus Washington entgegenzuwirken [6].

Trotz all dieser Storys und den unzähligen Symptomen, die den bevorstehenden Zusammenbruch unserer Biosphäre anzeigen, schaffen wir es immer noch irgendwie, uns von Trivialitäten terrorisieren und platt machen zu lassen [7]. Aufgefressen vom Nichts.

Spaltungen und Feindseligkeiten sind heftiger denn je, selbst in den politischen Kreisen, in denen sich die Menschen voll und ganz bewusst sind, wie schlecht es um unsere ökologische Situation bestellt ist und die das Spiel mit dem atomaren Feuer aus der erschreckenden Realität des Kalten Krieges kennen.

An diesem Punkt der Geschichte sollten wir vernünftigerweise alle zusammenkommen. Unsere kollektive Notlage allein sollte uns dazu bringen, einander zu lieben. Aber stattdessen gehen wir uns mehr denn je gegenseitig an die Gurgel.

Und es ist nicht nur diese ideologische Fraktion gegen jene ideologische Fraktion. Selbst unter Sozialisten und Antiimperialisten gibt es Unterfraktionen, UnterUnterfraktionen und Unter-Unter-Unterfraktionen, die sich alle gegenseitig verachten – und all diese Spaltungen sind in Online-Foren noch viel schlimmer und viel stärker ausgeprägt. Menschen verbringen Monate damit, andere online wegen eines vermeintlichen Unterschieds zu beschimpfen, der von jemandem mit einer allgemeineren Sichtweise nicht erkannt werden würde. Wie in der Folge von Star Trek, in der eine Gruppe von Außerirdischen, die auf der rechten Seite schwarz und auf der linken Seite weiß sind, Krieg mit einer Gruppe führt, deren Farben entgegengesetzt sind, und nur sie bemerken den Unterschied [8]. Wir verzetteln uns, mit unserer kostbaren, neu entwickelten Fähigkeit als Spezies, sich besser als je zuvor zu vernetzen und Ideen auszutauschen, in kleinlichem Gezänk, anstatt sich zusammen für eine gesunde Bewegung zu engagieren.

Zum Einen liegt es an den Informationen: Da die einzigen großen Informationsverteiler in unserer Gesellschaft von den Mächtigen kontrolliert und manipuliert werden, sehen die meisten Menschen nur sehr wenige Hinweise darauf, in welche Schwierigkeiten uns die von den Mächtigen getragenen Systeme gebracht haben. Zum Anderen ist es die Perspektive: Da die meisten menschlichen Verhaltensweisen vom Ego getrieben sind, gilt unser Interesse und unsere Aufmerksamkeit viel mehr den kleinlichen Differenzen zwischen uns und anderen Menschen, als den großen Problemen die uns alle bedrohen.

So kommt es, dass selbst relativ klar denkende Menschen ihre Zeit damit verbringen, über obskure sektiererische Meinungsverschiedenheiten oder über die Gefahren der politischen „Wokeness“ oder über die völlig leere Theatralik der Mainstream-Wahlpolitik zu reden, während über unseren Köpfen die Zerstörung unserer gesamten Welt an einem seidenen Faden baumelt, der bald zu reißen droht.

Das allein sollte uns dazu bringen, uns gegenseitig zu lieben. Das allein sollte uns dazu bringen, uns auf das zu konzentrieren, was zählt. Das allein sollte uns zusammenbringen, um gemeinsam gegen die weltbeherrschenden Kräfte vorzugehen, die uns alle vernichten werden, wenn sie nicht gestoppt werden.