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Die Rubio-Doktrin: Die Neocons sind zurück!

Von Ron Paul

Mehreren aktuellen Berichten zufolge sind die beiden großen außenpolitischen Schwenks der Trump-Regierung in der vergangenen Woche das Werk von Marco Rubio, dem Außenminister und (kommissarischen) Nationalen Sicherheitsberater des Präsidenten. Wie bei allen neokonservativen Plänen werden sie voller Versprechungen, aber arm an Ergebnissen sein.

Erstens: Laut Bloomberg war es Rubio, der Präsident Trump schließlich überzeugte, „Eigentümerschaft“ für den US-Stellvertreterkrieg gegen Russland zu übernehmen und zum ersten Mal Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Bisher hatte Präsident Trump sich lieber als Vermittler zwischen der Ukraine und Russland dargestellt. Doch mit diesem Schritt gegen den russischen Ölsektor kann er nicht länger glaubwürdig behaupten, es handele sich um „Joe Bidens Krieg“.

Dieser Schritt Trumps folgte auf einige verwirrende Wochen seit dem Trump-Putin-Gipfel in Alaska im August. Nach diesem Treffen ließ Trump die neokonservative Forderung fallen, dass ein Waffenstillstand im Russland-Ukraine-Krieg vor Friedensverhandlungen erfolgen müsse. Es war ein Zeichen dafür, dass Trump den Krieg realistischer betrachtete. Er sagte auch, er glaube nicht, dass die Ukraine gewinnen würde, was ziemlich offensichtlich ist.

Ein überraschender Anruf bei Putin am Tag vor der Ankunft des ukrainischen Präsidenten Selenskyj in Washington vor gut einer Woche verstärkte diese Haltung, und Selenskyj reiste mit leeren Händen ab. Er suchte nach Tomahawk-Marschflugkörpern, die tief in russisches Gebiet eindringen können.

Dann verkündete Präsident Trump völlig überraschend letzte Woche durch seinen Finanzminister Scott Bessent, dass die USA Russlands zwei größte Ölunternehmen sanktionieren würden – und zwar so lange, bis Russland vor Verhandlungen einen Waffenstillstand im Krieg erklärt. Das wird nicht geschehen, aber was es bedeutet, ist, dass Rubio und die Neocons Trump erfolgreich auf die Eskalationsleiter gebracht haben. Das ist es, was sie immer tun. Ein Rückzug wird nun viel schwieriger sein.

Gleichzeitig, als sich die US-Regierung tiefer in den Russland-Ukraine-Krieg stürzte, kam ein langgehegter Traum der Neocons plötzlich wieder ins Spiel. Obwohl in Trumps erster Amtszeit ein „Regime-Change“-Unternehmen gegen Venezuela versucht wurde, scheiterte es spektakulär. Doch die Neocons träumen schon lange vom Sturz der venezolanischen Regierung – 2002 wären sie ihrem Ziel schon fast nahegekommen – und plötzlich, nach mehreren Wochen außergerichtlicher Morde auf hoher See im Namen des Krieges gegen Drogen, kündigte Präsident Trump an, dass bald Bodenangriffe auf Venezuela beginnen würden.

Er erwähnte zwar, dass er den Kongress möglicherweise über seine Kriegspläne gegen Venezuela unterrichten könnte, nicht dass es den Kongress sonderlich interessieren würde, so oder so.

Die alte Garde der Neocons, die die Außenpolitik Washingtons immer noch dominiert, feiert gerade ihren Sieg. Senator Lindsey Graham aus South Carolina strahlte in den Sonntagstalk-Shows über die Bekehrung von „Keine-Regime-Change-Kriege“-Präsident Trump zu „Regime-Change-Kriege“-Präsident Trump.

Die Massenvernichtungswaffen-Fabriken von Saddam Hussein aus dem Jahr 2002 sind zu den Kokain- und Fentanyl-Fabriken von Nicolás Maduro im Jahr 2025 geworden, und wieder einmal werden die Kriegslügen der Neocons von den US-Mainstream-Medien verstärkt und dem amerikanischen Volk übermittelt. Eine neue Katastrophe bahnt sich an. Der „globale Krieg gegen den Terror“ wurde in „hemisphärischer Krieg gegen den Narco-Terror“ umbenannt, und der US-amerikanische militärisch-industrielle Komplex reibt sich erwartungsvoll die Hände angesichts einer fetten Beute.

Nach John Boltons desaströsem Engagement in der ersten Trump-Regierung wurden Versprechungen gemacht, dass die zweite Trump-Regierung neokonservativen-frei sein würde. Stattdessen sind die Neocons zurück. Es sei denn, Präsident Trump wacht bald auf, sonst werden die Neocons seine zweite Amtszeit zerstören… und vielleicht das Land.