Hans-Jürgen Geese
Im Jahre 1893 trafen sich die amerikanischen Historiker in Chicago, um den gerade begangenen 400. Geburtstag der Entdeckung Amerikas noch einmal gebührlich zu feiern. Professor Frederick Jackson Turner von der Universität Wisconsin hielt einen Vortrag mit dem Thema „Die Bedeutung der Grenze in der amerikanischen Geschichte.“
Unter Grenze („frontier“) verstand man damals in Amerika die Grenze zum Wilden Westen. Diese Grenze hatte die Regierung vor kurzem (1890) für erobert erklärt. Jetzt herrschten die Vereinigten Staaten von Amerika vom Atlantik bis zum Pazifik.
Laut Professor Turner sei die Überwindung von Grenzen über diese Jahrhunderte, seit der Entdeckung und Eroberung des Kontinentes, tief in der Psyche der Amerikaner verankert. Jetzt gelte es, neue Grenzen als Herausforderung zu finden, an denen dieses auserwählte Volk seine Größe beweisen, sich bewähren und durch die Bewältigung dieser Grenzen Segen über die Welt bringen könne.


