Von Jon Fleetwood
Laut einer Studie aus dem Jahr 2019 in „mBio“ wies der doppelt mutierte chimäre Erreger eine drastisch erhöhte Infektiosität und Ausbreitungsfähigkeit auf.
Eine von Fachkollegen begutachtete Studie, die von den National Institutes of Health (NIH) finanziert und 2019 veröffentlicht wurde, besagt, dass Forscher Hantavirus-Glykoproteine absichtlich mutiert und mittels serieller Passagen sogenannte „hochinfektiöse“ rekombinante Virussysteme erzeugt haben.
Diese Enthüllung erfolgt vor dem Hintergrund eines mutmaßlichen Hantavirus-Ausbruchs im Zusammenhang mit dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius, das im April 2026 von Argentinien aus in See stach.
Die wieder aufgetauchte Gain-of-Function-Forschung wurde im Rahmen eines millionenschweren NIH/NIAID-Zuschusses AI132633 am Albert Einstein College of Medicine finanziert.
Aus den NIH RePORTER-Aufzeichnungen geht hervor, dass das Projekt 2017 begann und während der Experimente im Jahr 2018 aktiv blieb, bei denen die in der Veröffentlichung beschriebenen, die Infektiosität verstärkenden Mutationen erzeugt wurden.
Die in mBio veröffentlichte Studie besagt, dass die Forscher mit Wildtyp-Glykoproteinen des Hantaan-Virus (HTNV) begannen, von denen angenommen wurde, dass sie in einem rekombinanten Vesikulären Stomatitis-Virus (rVSV)-System nur eine schlechte Rettung und Replikation bewirken.
Einer der Hauptautoren der Veröffentlichung, Dr. Kartik Chandran, fungiert nun auch als Projektleiter des laufenden 70-Millionen-Dollar-Programms PROVIDENT des NIAID zur Vorbereitung auf eine Hantavirus-Pandemie, das kurz vor dem Ausbruch im Jahr 2026 eine beispiellose Kartierung des Anden-Hantavirus und die Entwicklung einer Impfstoffplattform abgeschlossen hatte.

Dem Artikel zufolge:
„Die Vermehrung und Ausbreitung des rVSV aus der frühen Passage, das HTNV Gn/Gc trug, war zunächst gering, verbesserte sich jedoch nach drei aufeinanderfolgenden Passagen in Vero-Zellen dramatisch.“
Dem Artikel zufolge führten die Experimente mit aufeinanderfolgenden Passagen zu zwei Mutationen:
- I532K in Gn
- S1094L in Gc
Der Studie zufolge:
„Dieser Gewinn an viraler Fitness stand im Zusammenhang mit dem Auftreten zweier Punktmutationen.“
Die Forscher bauten diese Mutationen dann absichtlich wieder in die rekombinanten viralen Konstrukte ein.
In der Veröffentlichung heißt es:
„Wir versuchten, rVSV-HTNV-Gn/Gc-Viren aus cDNAs zu retten, wobei wir jede Mutation separat und zusammen einbauten.“
Der daraus resultierende doppelt mutierte Chimären-Erreger zeigte eine dramatisch gesteigerte Infektiosität und Ausbreitung.
Laut der Veröffentlichung:
„Das Gn/Gc-Doppelmutantenvirus (I532K/S1094L) vermehrte sich und verbreitete sich schneller als jedes der beiden Einzelmutantenviren.“
In der Veröffentlichung heißt es weiter:
„pVSVs, die die HTNV-Gn/Gc-Doppelmutante (I532K/S1094L) trugen, zeigten eine höhere spezifische (pro Partikel) Infektiosität.“
Der Titel der Veröffentlichung selbst beschrieb das endgültige Konstrukt als:
„Hochinfektiöse rekombinante Vesikuläre-Stomatitis-Virus-Vektoren.“
Die Veröffentlichung dokumentierte offen die Selektion durch serielle Passagen, gefolgt von gezielter Mutagenese, die im Rahmen eines von NIH/NIAID finanzierten Projekts wesentlich infektiösere rekombinante Hantavirus-verwandte Chimären hervorbrachte.
Laut einer 2022 in Advances in Applied Microbiology veröffentlichten Übersichtsarbeit:
„Funktionsgewinnforschung an Viren verbessert die Übertragbarkeit, Virusreplikation, Virulenz, das Wirtsspektrum, die Immunumgehung oder die Arzneimittel- und Impfstoffresistenz, um Einblicke in die viralen Mechanismen zu gewinnen, Tiermodelle zu erstellen und zu analysieren, die Arzneimittel- und Impfstoffentwicklung zu beschleunigen und die Pandemievorsorge zu verbessern.“
Die mBio-Studie entspricht dieser Definition, da die Forscher serielle Passagen und gezielte Glykoproteinmutationen nutzten, um rekombinante Hantavirus-verwandte Chimären mit erhöhter Infektiosität, Replikationseffizienz und Zell-zu-Zell-Ausbreitung zu erzeugen.
Fazit
Die Arbeit zeigt, dass staatlich finanzierte Forscher gezielt Hantavirus-Glykoproteinmutationen ausgewählt und manipuliert haben, die angeblich schwache rekombinante Systeme in das verwandelten, was die Studie selbst wiederholt als „hochinfektiöse“ virale Chimären bezeichnete.

