Mit Donald Trump ist es eine verrückte Welt
Larry C. Johnson
Mein Freund Alex Krainer hat eine wohlwollendere Meinung über Donald Trump als ich. Ich hoffe, Alex behält recht mit seiner Einschätzung, dass Trump tatsächlich eine Strategie verfolgt und einen Weg findet, den Krieg in der Ukraine zu beenden. Doch im Allgemeinen schenke ich nicht seinen Worten, sondern seinen Taten Beachtung.
Und heute? Trump hat das Verteidigungsministerium in „Kriegsministerium“ umbenannt. WTF! Was ist aus der Idee geworden, dass die beste Offensive eine starke Verteidigung ist? Ich bezweifle, dass Trump und sein Team diesen Schritt wirklich durchdacht haben. Stellen Sie sich die Internet-Adresse vor: Statt dod.gov nun war.gov. Was für eine Botschaft sendet das an die Welt?
Trump ist geradezu besessen davon, den Friedensnobelpreis zu bekommen. Mit dieser Namensänderung kann er sich den Preis aber ziemlich sicher abschminken. Andererseits: Wenigstens sind die USA jetzt ehrlich. Das sogenannte Verteidigungsministerium führt seit dem Koreakrieg fast ausschließlich Angriffe – und die neue Bezeichnung spiegelt das eher wider. Schließlich haben die USA in den letzten 65 Jahren in Vietnam, Irak, Afghanistan, Syrien, Jemen, Somalia, Serbien, Libyen, Panama und der Ukraine Krieg geführt.
In diesem Zusammenhang fällt mir der Song Mad World von Tears for Fears ein (ich persönlich bevorzuge die Version von Pentatonix). Genau dieser Titel passt zur Stimmung, die Trump erzeugt.
Der Fall des „Zigarettenboots“
Nehmen wir nun den jüngsten Angriff auf ein sogenanntes Zigarettenboot, das aus Venezuela auslief. Die offizielle Geschichte stinkt zum Himmel.
Ein typisches Zigarettenboot – etwa das Modell Top Gun – hat zwei Tanks mit zusammen rund 220 Gallonen Treibstoff. Drei Außenbordmotoren verbrauchen bei voller Fahrt zwischen 84 und 105 Gallonen pro Stunde. Bei Reisegeschwindigkeit liegt der Verbrauch bei 54 bis 75 Gallonen pro Stunde. Mit einer Tankfüllung kann das Boot also etwa 531 km zurücklegen.
Doch die Distanz von Maracaibo (Venezuela) bis zu den Florida Keys beträgt rund 1.014 nautische Meilen – also ca. 1.878 km oder knapp 1.900 Kilometer. Mit 220 Gallonen im Tank wäre diese Strecke unmöglich zu bewältigen. Um es bis Key West zu schaffen, hätte das Boot zusätzlich 2.000 Pfund Treibstoff an Bord haben müssen, verteilt auf 339 Kanister.
Rechnet man alles zusammen – das Gewicht der elf Passagiere (knapp 2.000 Pfund), die vier Außenbordmotoren (2.800 Pfund) und den zusätzlichen Treibstoff – ergibt sich ein Gesamtgewicht von etwa 6.780 Pfund. Ohne die angeblichen Drogenladungen. Das Boot hätte theoretisch also noch rund 26.000 Pfund Kapazität für Drogen gehabt. Bei Bündeln zu je 100 Pfund hätte man mindestens 260 Pakete sehen müssen.
Schauen Sie sich jedoch die Fotos des Bootes an, bevor es zerstört wurde: Sehen Sie 260 Bündel? Sehen Sie überhaupt 20? Oder wenigstens ein Dutzend Kanister Treibstoff? Nein!

Fazit
Die offizielle Story ist unlogisch und in sich widersprüchlich. Aber anscheinend ist niemand in den großen Medien in der Lage, ein paar einfache Berechnungen aufzustellen und kritische Fragen zu stellen.


