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Ein offener Brief von christlichen Leitern bezüglich Impfpässen
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Ein offener Brief von christlichen Leitern bezüglich Impfpässen

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident!

als christliche Leiter verschiedener Konfessionen beten wir in dieser Zeit weiterhin für Ihre Regierung „und alle, die in hohen Ämtern stehen, damit wir ein ruhiges und friedliches Leben in aller Gottseligkeit und Würde führen können“ (1. Timotheus 2,2).

Wir schreiben Ihnen jedoch in Bezug auf einen Bereich von größter Besorgnis, nämlich die mögliche Einführung von so genannten „Impfpässen“ in unserer Gesellschaft, die auch als „COVID-Status-Zertifikate“ und „Freiheitspässe“ bezeichnet werden. Wir sind völlig gegen diesen Vorschlag und möchten drei Punkte zu den möglichen Überlegungen zu einem solchen System anführen.

Erstens: Die Impfung zur Grundlage dafür zu machen, ob jemandem der Zutritt zu einem Veranstaltungsort oder die Teilnahme an einer Aktivität gestattet wird, macht im Hinblick auf den Schutz anderer keinen logischen Sinn. Wenn die Impfstoffe hochwirksam bei der Verhinderung signifikanter Erkrankungen sind, wie es die bisherigen Studienergebnisse zu belegen scheinen, dann haben diejenigen, die geimpft wurden, bereits einen Schutz erhalten; es gibt keinen Nutzen für sie, wenn andere Menschen geimpft werden. Da Impfstoffe eine Infektion nicht per se verhindern, könnte theoretisch sogar eine geimpfte Person das Virus in sich tragen und möglicherweise weitergeben. Daher ist die Entscheidung über den „sicheren Nicht-Verbreiter“-Status einer Person auf der Grundlage des Nachweises ihrer Immunität gegen Krankheiten falsch.

Zweitens würde die Einführung von Impfpässen eine unethische Form von Zwang darstellen und gegen das Prinzip der informierten Zustimmung verstoßen. Menschen können verschiedene Gründe haben, warum sie nicht in der Lage oder nicht willens sind, die derzeit verfügbaren Impfstoffe zu erhalten, einschließlich, für einige Christen, ernsthafter Gewissensfragen im Zusammenhang mit der Ethik der Impfstoffherstellung oder -prüfung. Wir riskieren, eine Zweiklassengesellschaft zu schaffen, eine medizinische Apartheid, in der eine Unterschicht von Menschen, die eine Impfung ablehnen, von wichtigen Bereichen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen wird. Es besteht auch die berechtigte Befürchtung, dass diese Regelung der Anfang vom Ende ist und zu einem Dauerzustand führt, in dem der COVID-Impfstatus auf andere Formen der medizinischen Behandlung und vielleicht sogar auf andere Kriterien darüber hinaus ausgedehnt werden könnte. Diese Regelung hat das Potenzial, das Ende der liberalen Demokratie, wie wir sie kennen, herbeizuführen und einen Überwachungsstaat zu schaffen, in dem die Regierung Technologie einsetzt, um bestimmte Aspekte des Lebens der Bürger zu kontrollieren. Als solches stellt dies einen der gefährlichsten politischen Vorschläge dar, die jemals in der Geschichte der britischen Politik gemacht wurden.

Abschließend möchten wir als christliche Leiter erklären, dass wir uns keine Umstände vorstellen können, unter denen wir unsere Türen für diejenigen schließen könnten, die keinen Impfpass, kein negatives Testzertifikat oder einen anderen „Gesundheitsnachweis“ haben. Für die Kirche Jesu Christi wäre es ein Anathema und eine Verleugnung der Wahrheit des Evangeliums, diejenigen auszuschließen, die vom Staat als sozial unerwünscht angesehen werden. Die Botschaft, die wir verkünden, ist von Gott für alle Menschen gegeben und besteht in nichts anderem als dem freien Geschenk der Gnade, das in Christus Jesus angeboten wird, mit dem universellen Aufruf zur Umkehr und zum Glauben an ihn. Menschen den Zugang zu verwehren, diese lebensspendende Botschaft zu hören und diesen lebensspendenden Dienst zu empfangen, wäre ein fundamentaler Verrat an Christus und dem Evangelium. Aufrichtige christliche Kirchen und Organisationen könnten dies nicht tun, und als christliche Leiter wären wir gezwungen, einem solchen Gesetz des Parlaments energisch zu widerstehen.

Wir verweisen auf die jüngste gerichtliche Überprüfung, in der das Verbot öffentlicher Gottesdienste durch die schottische Regierung gekippt wurde, was zeigt, dass eine solche unverhältnismäßige Verhinderung des Rechts auf Gottesdienst eine klare Verletzung von Artikel 9 der Europäischen Menschenrechtskonvention darstellt. Wir können nicht erkennen, wie jeder Versuch, Menschen daran zu hindern, sich zum Gottesdienst zu versammeln, auf der Grundlage von Tests oder Nicht-Impfungen nicht in ähnlicher Weise als Verstoß gewertet werden würde. Wir stimmen mit den Mitgliedern des Parlaments überein, die sich bereits gegen diesen Vorschlag ausgesprochen haben: dass es spaltend, diskriminierend und destruktiv wäre, eine solche obligatorische Gesundheitsbescheinigung in der britischen Gesellschaft einzuführen. Wir fordern die Regierung auf, nachdrücklich und klar zu versichern, dass sie diesen illiberalen und gefährlichen Plan nicht in Erwägung ziehen wird, nicht jetzt und nicht jemals.

Mit freundlichen Grüßen

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