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Glauben und hoffen

Glauben und hoffen

Vorwort vom Saker:

Heute ist es mir eine große Freude, euch Faina Sawenkowa vorzustellen, und junge Dame aus Novorossia, deren Schriften immer mehr Anerkennung gewinnen. Ich bat Faina, in ihren eigenen Worten auszudrücken wie es sich anfühlt, unter dem ständigen Artilleriefeuer und den Scharfschützen zu leben. Ihr Resultat könnt ihr unten entdecken, zusammen mit einer kleinen Biografie von Faina. Aber wir möchten euch noch eine Idee vorschlagen: Wenn ihr Faina nach dem Lesen ihres Aufsatzes eine Frage zukommen lassen wollt, dann schickt sie mir an meine öffentliche email-Adresse vineyardsaker@gmail.com

Bitte schickt eure Fragen in Englisch und gebt in die Betreffzeile „questions for Faina“ ein. Ich sammle die Fragen, übersetze sie ins Russische und schicke sie Faina, die mir dann ihre Antworten gibt. Ich denke, dass es sehr wichtig ist, die Hoffnungen und Ängste der einfachen Menschen in Novorossia zu erfahren, vor allem der jungen. Ich hoffe, dass viele von euch diese Gelegenheit nutzen, nicht nur um Fragen zu stellen, sondern Faina und ihrer Familie etwas zu übermitteln. Zu guter Letzt begrüße ich Faina in unserer internationalen Gemeinschaft – Faina, wir freuen uns und fühlen uns geehrt, dich bei uns zu haben!

Der Saker

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Glauben und hoffen

von Faina Sawenkowa für den Saker blog

Übersetzung vom Russischen ins Englische: Scott Humor

Jedes Mal wenn mich jemand darum bittet, das Leben unter dem ukrainischen Beschuss zu beschreiben, dann weiß ich nicht weiter. Nicht, weil ich bloß ein Kind bin und einfach nichts zu sagen hätte. Ich weiß einfach nicht, was sie von mir hören wollen. Trockene und gleichgültige Berichte über die Opfer und die Zerstörungen? Bestimmt nicht. Dafür gibt es die Nachrichten. Eigene Gefühle und Erfahrungen? Das ist schwieriger. Wie ist das Leben während des Kriegs? Normal, wenn man sich nicht an ein Leben im Frieden erinnern kann.

Viele Menschen erschrecken vielleicht bei der Erkenntnis, dass es im 21. Jahrhundert mitten in Europa Kinder gibt, die sich nicht daran erinnern können, wie die Kondensstreifen über den Himmel zogen, am Abend mit den Eltern durch eine Stadt zu spazieren oder anderen putzigen Unsinn, den andere Kinder nicht einmal wahrnehmen.

Die Flugverbotszone und die Ausgangssperren bestimmen unser Leben. Wenn wir über die Demonstrationen einer europäischen Stadt lesen, weil wieder eine Coronavirus-Ausgangssperre eingeführt wurde, dann ist das verwirrend: Was ist los? Ist doch bloß eine Ausgangssperre,