Ein aktueller Bericht von Futurism sorgt für Aufsehen: Amazon führt für Kunden sogenannte „About You“-Profile, in denen der Konzern aus Einkäufen und anderen Interaktionen teilweise erstaunlich persönliche Rückschlüsse zieht. Eine Nutzerin stiess zufällig auf diese Seite – und entdeckte dort die Einschätzung, sie habe einen „flachen Hintern“.
Andere Nutzer fanden Aussagen wie „hat keine Freunde“, „hat seit Jahren keine mittlere Grösse mehr getragen“ oder sogar sehr intime Beschreibungen ihres Körpers. Besonders irritierend: Einer Person schrieb Amazon zu, sie benutze ihr Smartphone unter der Dusche, um Kindle-Bücher zu lesen – die Betroffene bestätigte, dass dies tatsächlich stimmt.
Die Profile sind Teil von Amazons Funktion „About You“. Laut Berichten werden dafür unter anderem Käufe, Suchanfragen, Wunschlisten, Bewertungen und Alexa-Interaktionen herangezogen, um Interessen und Eigenschaften abzuleiten und Empfehlungen zu personalisieren. Manche Schlussfolgerungen sind falsch oder absurd, andere erschreckend präzise.
Das erhält vor dem Hintergrund von Alexa zusätzliche Brisanz. Amazon bestätigt selbst, dass Alexa Sprachaufnahmen, Texttranskripte und weitere Informationen verarbeiten und mit dem Amazon-Konto verknüpfen kann. Die FTC warf Amazon bereits 2023 vor, früher trotz Löschanfragen schriftliche Alexa-Transkripte in bestimmten Datenspeichern behalten zu haben; Amazon bestritt einen Gesetzesverstoss, schloss aber einen Vergleich.
Erwischt‼️Amazon hört mit – und jetzt kann selbst dein WLAN deine Bewegungen erkennen Alexa wurde bereits dabei erwischt, wie Sprachaufnahmen von Amazon-Mitarbeitern ausgewertet wurden. Das Video geht noch weiter: Alexa beschreibt plötzlich zwei Personen im Raum – obwohl das verwendete Gerät angeblich keine Kamera besitzt.
— Don (@Donuncutschweiz) October 8, 2026
Vom Einkauf über Alexa bis zu persönlichen Gewohnheiten: Amazons neue Profile machen sichtbar, wie aus vielen einzelnen Datenpunkten ein erstaunlich detailliertes Bild eines Menschen entstehen kann.


