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Jemens Krieg eskaliert, US-Truppen marschieren angeblich ein
Reuters

Jemens Krieg eskaliert, US-Truppen marschieren angeblich ein

Der Krieg im Jemen ist in den letzten Monaten allmählich eskaliert, mit großen Kämpfen zwischen Ansarallah-Kräften und von Saudi-Arabien unterstützten Kräften. Dazu kommen Behauptungen, dass US-Truppen einen Militärstützpunkt besetzt haben, die aus Afghanistan dorthin verlegt wurden.

Nach Angaben von Generalmajor Abdu Abdullah Majili von den von Saudi-Arabien unterstützten „Regierungs“-Kräften haben seine Kämpfer zusammen mit Stammeskämpfern einen Teil des Bezirks Rahabah in der Provinz Marib unter ihre Kontrolle gebracht. Die „jemenitischen Regierungstruppen“, die dem vom Westen und den Saudis unterstützten Präsidenten Abdrabbuh Mansur Hadi treu sind, haben kürzlich einen groß angelegten Gegenangriff gegen die Houthis/Ansarallah gestartet, der vor allem dank der Luftangriffe der saudischen Koalition einige Erfolge verzeichnen konnte.

In der Provinz Bayda haben sowohl die Ansarallah als auch die von Saudi-Arabien unterstützten Kräfte nach einer von Saudi-Arabien geführten Offensive Anfang des Monats ihre eigenen Vorstöße unternommen, um die Kontrolle über das Gebiet zu erlangen. Hunderte von Soldaten auf beiden Seiten wurden Berichten zufolge getötet, wobei die genauen Zahlen uneinheitlich angegeben werden.

Inmitten dieser Kämpfe hat der benachbarte Oman seine Bemühungen verstärkt, direkte Friedensgespräche zwischen den Houthis und Saudi-Arabien zu ermöglichen. Der Oman wird weitgehend als neutral gegenüber dem Krieg im Jemen angesehen, hat aber selbst Streitigkeiten mit Saudi-Arabien über die natürlichen Ressourcen der jemenitischen Provinz Ost al-Mahrah und die Einrichtung eines Ölhafens dort gehabt. Trotz der zweiwöchigen Bemühungen von Muscat (Omans Hauptstadt), Friedensverhandlungen zu ermöglichen, wurden bisher anscheinend kaum Fortschritte erzielt, um entweder die Ansarallah oder die Saudis zum Einlenken zu bewegen.

Am besorgniserregendsten ist jedoch, dass Berichten zufolge US-Truppen in den Jemen eingedrungen sind. Wie die „Yemen Press Agency“ berichtet, sind die US-Streitkräfte am Dienstag auf dem internationalen Flughafen von Aden in der Provinz Aden eingetroffen, um dann nach Norden in die Nachbarprovinz Lahij zu ziehen.

Nach Berichten lokaler jemenitischer Medien sollen die US-Streitkräfte nun auf dem wichtigen Luftwaffenstützpunkt al-Anad in der Provinz Lahij stationiert sein. Dies, nachdem von Saudi-Arabien unterstützte Kämpfer den von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützten Südlichen Übergangsrat (Southern Transitional Council, STC) von der Basis vertrieben hatten. Die Bedeutung dieser Entwicklung im Kontext des größeren Bildes in Jemen ist, dass die al-Anad Basis die einzige und größte Luftwaffenbasis innerhalb des Jemen darstellt; dies könnte darauf hindeuten, dass eine dramatische Eskalation der Spannungen bevorsteht.

Die mögliche Anwesenheit von US-Streitkräften auf dem Luftwaffenstützpunkt al-Anad ist mit mehreren Berichten über US-Munition gekoppelt, die von US-kontrollierten Flugzeugen im Land abgefeuert wurden, nachdem Bomben entdeckt wurden, die als Waffen aus amerikanischer Herstellung identifiziert und geborgen wurden. Die US-Regierung dementiert diese Behauptungen ebenso wie diejenigen, US-Drohnen seien am Himmel über Marib im Jemen abgeschossen wurden.

Die Ansarallah-Gruppe veröffentlichte Video- und Fotobeweise, die zeigen, dass sie zwei ScanEagle-Drohnen abgeschossen hat, die korrekterweise die Marken der in Washington ansässigen Firma Insitu tragen, die die Drohnen herstellt. Es ist nicht bekannt, dass Saudi-Arabien den Typ der abgeschossenen Drohnen besitzt, und trotz des Dementis der USA und der Firma Boeing – zu der Insitu gehört -, dass es sich nicht um die ScanEagle handelte, die sie in den Wrackteilen gesehen haben, scheint es eindeutig so zu sein, dass es die Drohne ist, wie sie von Ansarallah beschrieben wurde.

Joe Biden verkündete in seiner ersten Rede zur Außenpolitik, dass er der Beendigung des Krieges im Jemen Priorität einräumen würde. Damals wurde er von den westlichen Mainstream-Medien fehlinterpretiert, als hätte er gesagt, er würde jegliche Unterstützung für den Krieg der von Saudi-Arabien geführten Koalition gegen den Jemen beenden, während er in Wirklichkeit nur erklärte, dass die Vereinigten Staaten ihre Unterstützung für offensive saudische Maßnahmen beenden würden.

Es ist klar, dass die US-Biden-Administration den von den Saudis geführte Krieg gegen den Jemen an diesem Punkt als defensiv betrachtet. Entweder das, oder die US-Regierung hat schlichtweg gelogen. Keine Aktion des Königreichs Saudi-Arabien im Jemen wurde einer ordnungsgemäßen Prüfung unterzogen, und die Biden-Administration ist an diesem Krieg tatsächlich beteiligt – ebenso, wie es Bidens Amtsvorgänger Donald Trump war.

Nun eskaliert die Gewalt im Jemen weiter und die US-Regierung scheint keine Priorität auf die Beendigung dieses Krieges zu legen, den sie aktiv mit ihren Waffen und logistischer Hilfe unterstützt. Wenn Joe Biden wirklich ein Ende des Krieges gewollt hätte, wäre er dafür ganz einfach in die diplomatische Offensive gegen Saudi-Arabien gegangen. Die westlichen Medien müssen auch ihre Rhetorik über Hadis Kräfte als die legitimen „Regierungstruppen“ fallen lassen – das ist eindeutig nicht der Fall und Abdrabbuh Mansour Hadi ist ungefähr so illegitim geworden wie Venezuelas Juan Guaido.