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Keine Rettung durch Impfungen – Studie findet kaum Wirkung gegen „Long COVID“

Eine breit angelegte US-Gesundheitskohortenstudie, veröffentlicht am 28. August 2024 im Open Forum Infectious Diseases, liefert beunruhigende Ergebnisse: Die Daten zeigen, dass die COVID-19-Impfung offenbar keinen signifikanten Schutz gegen Long COVID bietet – zumindest nicht in der untersuchten Stichprobe.

Die Daten im Überblick

  • Die Inzidenzrate für Long COVID lag bei 7,0 % unter Geimpften mit mindestens zwei Dosen.
  • Bei Ungeimpften wurden 6,9 % festgestellt.
  • Die adjustierte Odds Ratio betrug nahezu 1,0, was statistisch einem Null-Effekt entspricht – also keinem erkennbaren Unterschied zwischen den Gruppen.

Bedeutung und Interpretation

Diese Ergebnisse widersprechen verbreiteten Annahmen, wonach Impfungen auch langfristige Folgen wie Long COVID effektiv verhindern könnten. Zwar schützen Impfstoffe teilweise weiterhin nachgewiesenermaßen vor Infektionen, schweren Verläufen und Todesfällen – doch ihr Nutzen in Bezug auf chronische Langzeitfolgen bleibt offenbar unbewiesen.

Für Betroffene, Ärztinnen und Ärzte sowie Entscheidungsträger liefert diese Studie ein wichtiges Signal: Erwartungen an Impfung sollten differenzierter formuliert werden, und die Forschung zu Long COVID bedarf weiterer, sorgfältiger Studien mit längeren Beobachtungszeiträumen, größeren Stichproben und unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen.