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Kommen jetzt die Geburtsfehler nach der COVID-19-Impfung ans Licht? Neue Studie wirft brisante Fragen auf

Eine neue wissenschaftliche Studie hat Hinweise darauf gefunden, dass bei Babys von Müttern, die im ersten Schwangerschaftstrimester gegen COVID-19 geimpft wurden, bestimmte angeborene Fehlbildungen häufiger auftraten als bei Babys ungeimpfter Mütter. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift SAGE Open Medicine veröffentlicht und dürften die Debatte über die Sicherheit von Impfungen in der frühen Schwangerschaft erneut anfachen.

Was genau untersucht wurde

Forscher analysierten Daten von 1.352 Schwangerschaften in den iranischen Städten Yasuj und Hormozgan. Die Teilnehmerinnen wurden in drei Gruppen eingeteilt: vollständig ungeimpfte Frauen, Frauen, die während der sogenannten teratogenen Phase – von der Befruchtung bis einschließlich der 11. Schwangerschaftswoche und sechs Tagen – geimpft wurden, sowie Frauen, die ihre COVID-19-Impfung erst nach der zwölften Schwangerschaftswoche erhielten.

Ziel der Untersuchung war es, festzustellen, ob eine Impfung während der entscheidenden Phase der Organentwicklung des Fötus mit einem erhöhten Risiko für angeborene Fehlbildungen zusammenhängt, die im Rahmen der Ultraschalldiagnostik festgestellt wurden.

Herzfehler und Gaumenspalte

Die Autoren fanden bei zwei Fehlbildungen auffällige Unterschiede zwischen den Gruppen.

Bei 2,3 Prozent der Babys, deren Mütter im ersten Schwangerschaftstrimester geimpft worden waren, wurde ein atrioventrikulärer Septumdefekt (AVSD) festgestellt – ein angeborener Herzfehler mit Öffnungen zwischen den Herzkammern und Vorhöfen. In der Gruppe der ungeimpften Mütter wurde kein einziger entsprechender Fall beobachtet.

Auch bei Gaumenspalten zeigte sich ein Unterschied: In der Gruppe der früh geimpften Frauen wurden sie bei 0,8 Prozent der Kinder festgestellt, während sie in der ungeimpften Vergleichsgruppe ebenfalls nicht beobachtet wurden.

Die Autoren weisen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass die absoluten Fallzahlen gering waren und sich aus den vorliegenden Daten kein ursächlicher Zusammenhang zwischen der Impfung und den Fehlbildungen ableiten lässt. Bis jetzt.

Welche Impfstoffe wurden untersucht?

Die Studie untersuchte ausschließlich inaktivierte Virusimpfstoffe sowie Vektorimpfstoffe wie AstraZeneca und Johnson & Johnson. Die in vielen westlichen Ländern überwiegend eingesetzten mRNA-Impfstoffe von Pfizer/BioNTech und Moderna waren nicht Bestandteil der Untersuchung.

Der Epidemiologe Nicolas Hulscher, der die Studie auf seinem Substack-Kanal besprochen hat, weist darauf hin, dass sich aus der Arbeit keine Aussagen über mRNA-Impfstoffe ableiten lassen. Er vertritt die Auffassung, dass weitere Untersuchungen erforderlich seien, um auch deren Sicherheit während der frühen Schwangerschaft genauer zu bewerten.

Gesundheitseinrichtungen empfahlen die Impfung während der Schwangerschaft

Die Ergebnisse stehen im Kontrast zu den Empfehlungen zahlreicher Gesundheitsorganisationen, die schwangeren Frauen während der Pandemie ausdrücklich zur COVID-19-Impfung geraten hatten – auch während des ersten Schwangerschaftstrimesters. Diese Empfehlungen wurden von vielen Regierungen und Gesundheitseinrichtungen weltweit übernommen.

Die neue Studie dürfte deshalb die Diskussion darüber neu entfachen, auf welcher wissenschaftlichen Grundlage diese Empfehlungen erfolgten und ob die vorhandenen Sicherheitsdaten zum damaligen Zeitpunkt ausreichend waren.

Hulscher fordert in diesem Zusammenhang eine umfassende Aufarbeitung der damaligen Impfempfehlungen und sieht die Gesundheitsbehörden in der Pflicht, neue wissenschaftliche Erkenntnisse sorgfältig zu prüfen.

Eine begrenzte Studie – aber ein Signal für weitere Forschung

Die Autoren der Studie weisen selbst auf mehrere Einschränkungen hin. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie mit vergleichsweise kleinen Gruppen und insgesamt wenigen dokumentierten Fehlbildungen. Für die meisten untersuchten Anomalien wurden keine statistisch bedeutsamen Unterschiede festgestellt, und die Untersuchung erlaubt ausdrücklich keine Aussage über einen ursächlichen Zusammenhang.

Gleichzeitig betonen die Forscher, dass die beobachteten Unterschiede bei den Herzfehlern und Gaumenspalten in größeren und unabhängigen Studien überprüft werden sollten.

Sollten sich diese Beobachtungen bestätigen, könnte dies erhebliche Auswirkungen auf die Bewertung von Impfungen während der Frühschwangerschaft haben.

Aufruf zu unabhängigen Folgeuntersuchungen

Die Veröffentlichung unterstreicht den Bedarf an weiteren groß angelegten und unabhängigen Studien, insbesondere zur Sicherheit verschiedener COVID-19-Impfstoffplattformen während des ersten Schwangerschaftstrimesters.

Die vorliegende Untersuchung liefert keine endgültigen Antworten, wirft jedoch neue Fragen auf, die nach Ansicht der Autoren wissenschaftlich weiter untersucht werden sollten. Angesichts der Bedeutung des Themas für werdende Eltern und die öffentliche Gesundheit dürfte die Studie international auf große Aufmerksamkeit stoßen.