Unabhängige Analysen und Informationen zu Geopolitik, Wirtschaft, Gesundheit, Technologie

H_Ko/Shutterstock.com

Medikamentöses Vergessen

Bei der Behandlung des als „Demenz“ bekannten Krankheitsbildes sind pharmazeutische Produkte nicht die Lösung, sondern die Ursache.

Die Gedächtnisleistung nimmt im hohen Alter ab. Dieser Glaubenssatz hat sich in westlichen Gesellschaften fest verankert. Demenzen gelten inzwischen in Industrieländern als Volkskrankheit, der man neuerdings mit präventiven Produkten der Pharmaindustrie oder Nahrungsergänzungsmitteln begegnen sollte. Verkannt wird dabei, dass eine „Alzheimer“-Erkrankung ohnehin am Lebenden nicht definitiv diagnostiziert werden kann. Intellektuelle Einschränkungen, Depression und Unruhe sind unspezifische Symptome, die keineswegs immer einen schicksalhaften hirnorganischen Degenerationsprozess anzeigen. Durchaus sinnvoll ist es hingegen, einen Blick darauf zu werfen, welche Rolle übermäßige Medikamenteneinnahme für die Patienten spielt.

von Gerd Reuther