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Merkel und Macron wollen einen „globalen Gesundheitsbedrohungsrat“ der „die Einhaltung der Gesundheitsvorschriften in den Mitgliedsstaaten überwachen kann.“
Reuters / Dado Ruvic

Merkel und Macron wollen einen „globalen Gesundheitsbedrohungsrat“ der „die Einhaltung der Gesundheitsvorschriften in den Mitgliedsstaaten überwachen kann.“

Der französische Präsident Emmanuel Macron und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel haben dazu aufgerufen, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr Mittel zur Verfügung zu stellen und ihre Befugnisse zu erweitern, damit sie besser in der Lage ist, zukünftige Pandemien zu bekämpfen.

Die Vorschläge wurden von den Staats- und Regierungschefs in ihrer Rede vor der 74. Weltgesundheitsversammlung gemacht, die am Montag begonnen hat. Die von der WHO organisierte Versammlung findet in diesem Jahr online statt, und die Staats- und Regierungschefs gaben vorbereitete Erklärungen für die Eröffnungssitzung ab.

„Wir müssen die Finanzierung der Weltgesundheitsorganisation verbessern, damit sie nachhaltiger, vorhersehbarer und weniger abhängig von einigen wenigen großen Geldgebern ist“, sagte Macron in seiner Botschaft. „Wir müssen auch die Vorschläge berücksichtigen, die heute auf dem Tisch liegen, um die Unabhängigkeit und Autorität der Organisation deutlich zu stärken.“

Die UN-Gesundheitsbehörde solle auch zusätzliche Befugnisse erhalten und leichteren Zugang zu potenziell pandemiefähigen Ausbrüchen in ihren Mitgliedsstaaten bekommen, sagte Frankreichs Präsident und forderte die internationale Gemeinschaft auf, der Organisation mehr Befugnisse zu geben.

Ich unterstütze den Vorschlag, der WHO die Fähigkeit zu geben, potenziell pandemische Erreger zu untersuchen, was ihr einen schnellen Zugang zu allen betroffenen Gebieten ermöglichen würde. Transparenz und die gemeinsame Nutzung von Daten sind absolut entscheidend.

Ähnlich äußerte sich Merkel, die warnte, dass die Covid-19-Pandemie noch nicht vorbei ist, sondern definitiv nicht der letzte weltweite Ausbruch ist, mit dem die Menschheit konfrontiert sein wird. Die deutsche Regierungschefin unterstützte die Idee, eine Art „globalen Gesundheitsbedrohungsrat“ einzurichten, der in der Lage wäre, „die Einhaltung der Gesundheitsvorschriften in den Mitgliedsstaaten zu überwachen.“

„Die Priorität muss sein, die Welt in die Lage zu versetzen, so schnell wie möglich auf pandemische Bedrohungen zu reagieren“, erklärte sie. Da die WHO nach wie vor das einzige globale Gesundheitsgremium sei, sollten ihre Befugnisse erweitert werden, um künftige Krisen effizienter bekämpfen zu können, sagte Merkel.

Die WHO sollte daher weiterhin eine führende Rolle in der globalen Gesundheitsversorgung spielen. Dafür muss sie aber dauerhaft finanziell und personell unterstützt werden. Wir reden schon seit Jahren darüber, aber jetzt ist es umso wichtiger, endlich zu handeln.