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Nach der Tötung Khameneis versammelt sich die nichtwestliche Welt heute in Teheran – der NATO-Westen schaut weg

Nach der Tötung Khameneis versammelt sich die nichtwestliche Welt heute in Teheran – der NATO-Westen schaut weg

Während in westlichen Hauptstädten kaum über das Ereignis gesprochen wird, versammeln sich heute in Teheran Staats- und Regierungschefs sowie hochrangige Delegationen aus zahlreichen Ländern, um dem getöteten iranischen Religionsführer Ayatollah Ali Khamenei die letzte Ehre zu erweisen. Die Ankünfte dauern zum Zeitpunkt der Veröffentlichung weiter an.

Mit Russland und China entsenden zudem zwei Vetomächte des UN-Sicherheitsrats offizielle Sondergesandte. Russland wird durch den ehemaligen Präsidenten Dmitri Medwedew vertreten, China durch den Sondergesandten von Staatspräsident Xi Jinping. Auch eine hochrangige nordkoreanische Delegation wird erwartet.

Der Polizeichef des Iran hat die Mobilisierung von 265.000 Truppen zur Sicherung der bevorstehenden Beerdigung von Ayatollah Khamenei angekündigt

Der Tod Khameneis markiert einen historischen Einschnitt. Nach iranischer Darstellung wurde er bei einem US-Luftangriff getötet – ein Ereignis, das die geopolitische Lage im Nahen Osten grundlegend verändert hat. Während viele Staaten des Globalen Südens mit offiziellen Delegationen vertreten sind, bleibt eine sichtbare Reaktion der NATO-Staaten weitgehend aus.

Unter den bereits eingetroffenen Gästen befinden sich der irakische Präsident, die Präsidenten Georgiens, Kirgisistans, Tadschikistans, Kasachstans und Usbekistans sowie hochrangige Vertreter aus Armenien und Namibia. Auch der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif ist nach Teheran gereist. Indien entsandte eine hochrangige Delegation mit einem Flugzeug der Luftwaffe.

Aus dem Jemen trafen mehrere Delegationen ein, darunter hochrangige Vertreter der Ansarallah-Bewegung (Huthi). Ebenfalls vertreten sind Delegationen der libanesischen Amal-Bewegung, der Hisbollah, des irakischen Widerstands sowie palästinensische Vertreter und religiöse Gelehrte. Auch eine Delegation der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) nahm an der Trauerzeremonie teil. Darüber hinaus reisten Vertreter der Taliban aus Afghanistan sowie der Präsident der Autonomen Region Kurdistan im Irak an.

Die Trauerfeier entwickelt sich damit zu einem der größten diplomatischen Treffen der nichtwestlichen Welt seit Jahren.

Bemerkenswert ist vor allem der Kontrast zur Berichterstattung im Westen. Während über andere gezielte Tötungen von Politikern oder Staatsoberhäuptern regelmäßig intensive Debatten über internationales Recht, Souveränität und die Gefahr einer Eskalation geführt werden, bleibt die Tötung des iranischen Staatsoberhaupts in vielen westlichen Medien und bei den Regierungen der NATO-Staaten weitgehend ohne vergleichbare öffentliche Reaktion.

Unabhängig von der politischen Bewertung des iranischen Systems wirft der Fall grundsätzliche Fragen auf: Welche Folgen hat es für die internationale Ordnung, wenn ein amtierendes Staatsoberhaupt bei einem militärischen Angriff getötet wird? Und welche Signalwirkung entsteht, wenn ein solcher Vorgang von großen Teilen des Westens kaum öffentlich thematisiert wird, während zahlreiche Staaten aus Asien, Afrika und dem Nahen Osten ihre Spitzenvertreter zu den Trauerfeierlichkeiten entsenden?

Mit jeder neu eintreffenden Delegation wird deutlich, dass die Beerdigung weit mehr ist als ein religiöses Ereignis. Sie ist zu einer politischen Demonstration geworden – und zugleich ein Symbol für die wachsende Kluft zwischen dem Westen und einem großen Teil der übrigen Welt.