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Ringier hat Massnahmen-Kritiker systematisch ausgegrenzt und damit zur Spaltung der Gesellschaft beigetragen. Zudem hat das Verlagshaus wohl eben das Mediengesetz unfreiwillig zu Grabe getragen

Ringier hat Massnahmen-Kritiker systematisch ausgegrenzt und damit zur Spaltung der Gesellschaft beigetragen. Zudem hat das Verlagshaus wohl eben das Mediengesetz unfreiwillig zu Grabe getragen

Roger Köppel

Wie kein anderer Schweizer Verlag hat sich während der Pandemie das Haus Ringier geradezu nibelungentreu hinter den Corona-Kurs von Gesundheitsminister Alain Berset gestellt. Die Ringier-Kollegen agierten als eigentliche Bodyguards, als schreibender Arm des Bundesrats. Im Gegenzug belohnte sie der Magistrat mit exklusiven Vorab-Informationen, in der Regel einen Tag bevor die Regierung an ihren Medienkonferenzen das allgemeine Publikum orientierte. In trauter, allzu vertrauter Eintracht ziehen die Mediensprecher Bersets und die Journalisten Ringiers, für alle gut sichtbar, durch die Wandelgänge des Bundeshauses.

Die ungesunde Nähe zwischen Regierung und Medien war im Fall Ringier von Anfang an augenfällig. Deshalb muten die Aussagen von CEO Marc Walder an einem Video-Talk der Schweizerischen Managementgesellschaft, den der Nebelspalter entdeckte, wie ein unfreiwilliger Offenbarungseid an. Im Gespräch mit Führungskräften anderer Firmen erklärte Walder auf eine Frage, dass es eine ganz bewusste Haltung seines Hauses sei, in der Covid-Pandemie die Politik der Regierungen zu unterstützen. Man wolle «keinen Keil zwischen Volk und Regierungen treiben». Walder bat die Zuhörer fast entschuldigend, man möge sein Bekenntnis doch bitte vertraulich behandeln.

Natürlich hat Walder als Chef eines Medienhauses das Recht, seine Journalisten auf einen bestimmten Kurs zu trimmen. Es ist ja niemand gezwungen, für Ringier zu arbeiten. Auch die Offenheit, mit der Walder die überdeutliche, unübersehbare Tatsache ausspricht, dass sein Verlag aufgrund bewusster Managemententscheide