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Rückfall in imperiales Verhalten – Welche Folgen hat die Entführung des Präsidenten von Venezuela?

Von Rainer Rupp

Am 3. Januar interviewte der finnische Professor Glenn Diesen in einem einstündigen Gespräch auf YouTube den früheren hochrangigen CIA-Mitarbeiter und Experten für Terrorismusbekämpfung Larry Johnson. Johnson beschreibt die »Operation« der USA zur Entführung von Nicolás Maduro als einen »taktisch erfolgreichen, aber strategisch katastrophalen Schritt«. Er vergleicht sie mit George W. Bushs pompösem »Mission Accomplished«-Moment nach der Invasion im Irak.

Vergleich mit früheren Interventionen der USA

Zum Einstieg in die Diskussion, die unter dem Titel »U.S. War on Venezuela Has Global Ramifications« (Der Krieg der USA gegen Venezuela hat globale Auswirkungen) betont Johnson, daß Trump glaubt, wie damals Bush mit seinem »Mission Erfüllt«-Moment glaubt, »ein Problem gelöst zu haben, stattdessen aber neue, größere Probleme geschaffen hat«.

Johnson zieht Parallelen zu früheren Operationen, bei denen der Sturz eines einzelnen Staatschefs keine Stabilität gebracht hat. Beispiele sind Manuel Noriega in Panama (1989), Saddam Hussein im Irak, Muammar Gaddafi in Libyen oder Baschar al-Assad in Syrien. »Diese Vorstellung im Westen, daß wir nur einen Mann ersetzen müssen, um unsere Probleme zu lösen, hat in der Vergangenheit schon nicht funktioniert.«