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Scott Ritter: Wird Iran die US-Hegemonie beenden? – Eine schonungslose Analyse

In einer Zeit, in der undeclared wars und präventive Aggressionen zur traurigen Normalität geworden sind, analysiert der ehemalige US-Marineoffizier und UN-Waffeninspektor Scott Ritter in einem Gespräch mit Judge Andrew Napolitano die aktuelle Eskalation im Nahen Osten.

Am 9. März 2026 bezeichnet er den laufenden Konflikt mit Iran als strategische Niederlage der USA – eine Demütigung, die das Ende der amerikanischen Vorherrschaft einleiten könnte. Ritter sieht in den Ereignissen nicht nur einen militärischen Fehlschlag, sondern einen moralischen und geopolitischen Wendepunkt.

Der gescheiterte Regimewechsel

Der Konflikt begann als Versuch eines Regimewechsels in Teheran, doch genau das Gegenteil ist eingetreten: Das iranische Regime hat sich als resilienter und widerstandsfähiger erwiesen.

Ritter betont, dass die Islamische Republik über verfassungsmäßige Strukturen, Kontrollmechanismen und eine tiefe gesellschaftliche Verankerung verfügt. Die Ermordung einzelner Führungsfiguren – wie etwa der Aufruf Trumps zur Tötung des neuen Obersten Führers – ändert daran nichts.

Stattdessen hat der Krieg die iranische Führung gestärkt und den Regime-Change-Zielsetzung endgültig zunichtegemacht.

Der Angriff auf die Mädchenschule

Ein zentraler Skandal, den Ritter detailliert beschreibt, ist der Angriff auf eine Mädchenschule in Süd-Iran am ersten Kriegstag.

US-Tomahawk-Marschflugkörper trafen zunächst leere Lagerhallen, ein Krankenhaus und schließlich die Schule. Nach einer ersten Welle entschied die Zielerfassung – basierend auf KI ohne menschliche Überprüfung – eine Nachschlag („double tap“) durchzuführen.

Ein Marschflugkörper mit thermobarer Wirkung traf das Gebetshaus, in das Lehrer und überlebende Schülerinnen evakuiert worden waren und wo Eltern ihre Kinder abholten. Das Ergebnis: Mindestens 170 getötete Kinder, viele verbrannt bis zur Unkenntlichkeit.

Ritter wirft Verteidigungsminister Pete Hegseth vor, 2023 die zivile Schadensminimierungsrichtlinie aufgehoben zu haben, die eine sorgfältige Überprüfung von Zielen auf zivile Nutzung vorschrieb. Stattdessen wurde auf KI-gestützte Automatisierung gesetzt, die bekannte zivile Einrichtungen ignorierte.

Trump behauptete öffentlich, Iran habe die Schule bombardiert – eine Lüge oder Fehlinformation, die Ritter als Beleg für die kriminelle Verantwortung der US-Führung sieht. Hegseth müsse abgesetzt und angeklagt werden.

Die militärische Lage

Militärisch ist die USA bereits geschlagen. Iran hat seine Raketenreserven nicht erschöpft und plant die nächste Eskalationsstufe.

Die US-Luftabwehrsysteme (Patriot PAC-3, THAAD) sind fast aufgebraucht, Radars zerstört, Schiffe entblößt. Israel steht nackt da: Iranische Raketen trafen kürzlich das Haus von Benjamin Netanjahu (sein Bruder getötet), das von Itamar Ben-Gvir und die Stromversorgung Tel Avivs.

Zensur verhindert, dass die Welt das volle Ausmaß sieht, doch Videos und Berichte sickern durch. Iran kündigt nun den Einsatz schwerer Raketen mit mindestens einer Tonne Sprengkopf an – Tel Aviv droht Gaza-ähnliche Zerstörung.

Die geopolitischen Gewinner

Geopolitisch profitiert vor allem die Achse Russland-China. Russland positioniert sich als stabiler Energielieferant, während China als potenzieller Vermittler auftritt.

Beide Länder sehen in der US-Schwäche eine Chance: Die US-Militärmacht im Golf ist paralysiert, Basen wie Al Udeid unbrauchbar, die Fünfte Flotte ohne Heimathafen.

Iran fordert den vollständigen US-Rückzug aus der Region, Aufhebung der Sanktionen und möglicherweise die Aufgabe des israelischen Atomprogramms im Tausch gegen Zugeständnisse beim eigenen Nuklearprogramm. Eine nukleare Eskalation durch Israel wäre selbstmörderisch – Iran könnte innerhalb von Tagen Atomwaffen produzieren und einsetzen.

Warum Iran keinen Waffenstillstand will

Der Iranische Außenminister hat zwei US-Waffenstillstandsangebote abgelehnt: Ein simpler Waffenstillstand würde nur die Karte zurücksetzen, ohne die erlittenen Opfer anzuerkennen.

Iran hat strategische Überlegenheit erreicht und wird sie nutzen, um dauerhaften Frieden zu erzwingen – auf seinen Bedingungen. Trump könnte versuchen, mit der Ermordung des neuen Obersten Führers „Sieg“ zu erklären und abzuziehen, doch Iran wird das nicht zulassen.

Ritters Fazit

Ritter zieht ein vernichtendes Fazit: Die USA haben einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg geführt, Zivilisten massakriert und sich in die Reihe historischer Kriegsverbrecherstaaten gestellt.

Die Hegemonie bröckelt: China und Russland gewinnen an Einfluss, Indien und Europa leiden unter Energiekrisen, die globale Wirtschaft taumelt. Der Preis für Arroganz und Ignoranz gegenüber internationalem Recht ist hoch – und könnte das Ende der unipolaren Weltordnung bedeuten.

Ob Trump das erkennt oder weiter eskaliert, bleibt abzuwarten. Doch für Ritter steht fest: Dieser Krieg ist verloren, und Iran könnte der Katalysator sein, der die US-Dominanz endgültig bricht.