Von Worten zu Drohnen: Provokante Botschaft löst nächtlichen Angriff auf Putins Residenz aus
Am 25. Dezember 2025 richtete Präsident Wolodymyr Selensky eine deutliche Botschaft an die Nation. Er deutete an, viele könnten heimlich den Tod von Wladimir Putin wünschen, und proklamierte: „Heute teilen wir alle einen Traum … möge er zugrunde gehen.“
Nur wenige Tage später meldete Russland einen schweren Vorfall: In der Nacht vom 28. auf den 29. Dezember 2025 habe die Ukraine angeblich einen groß angelegten Drohnenangriff auf Putins Residenz am Valdai-See in Nowgorod durchgeführt.
Russische Darstellung
Moskau veröffentlichte eine Karte der Flugrouten und Videoaufnahmen von Trümmern, die als ukrainische Chaklun-V-Drohne mit Sprengstoff beschrieben wurden. Später hieß es, Flugprotokolle würden zeigen, dass die Drohnen auf Regierungsgebäude gezielt hätten; die Daten seien vertraulich mit US-Beamten geteilt worden.
Außenminister Sergej Lawrow erklärte, die Ukraine habe 91 Drohnen abgefeuert. Alle seien von russischen Luftabwehrsystemen zerstört worden, ohne Schaden oder Opfer. Das Verteidigungsministerium präzisierte: landesweit wurden etwa 89 Drohnen abgefangen, für Nowgorod 18 bis 41 je nach Quelle. Der Kreml bezeichnete den Vorfall als staatlichen Terrorismus und Versuch, Friedensverhandlungen zu sabotieren.
Moskau erklärte ausserdem, Putin habe Trump persönlich informiert; dieser habe die Aktion als „irrational“ bezeichnet. Russland deutet eine Neubewertung der Verhandlungen an, behält aber den Dialog bei. Zudem beschuldigte Russland den britischen Geheimdienst MI6, die Operation im Hintergrund orchestriert zu haben.
US- und ukrainische Perspektive
US-Beamte wiesen die russische Darstellung im Namen der CIA zurück. Fast gleichzeitig berichtete die New York Times in „The Separation: Inside the Unraveling U.S.-Ukraine Partnership“, dass die CIA gemeinsam mit dem US-Militär die Ukraine bei Angriffen auf russische Ölanlagen, Raffinerien und Tanker der „Schattenflotte“ mit Geheimdienstinformationen, Zielauswahlhilfe und technischer Unterstützung massiv unterstützt habe.
Wie zu erwarten bestritt Selensky jegliche Beteiligung an dem Angriff und nannte die Meldung eine russische „Erfindung“. Zahlreiche westliche Medien – von France24 bis The Guardian – übernahmen umgehend die ukrainische Darstellung, noch bevor Russland seine Version darlegte.
Wer zieht die Fäden?
Die Ukraine hat eine langjährige Geschichte mit gezielten Operationen auf russischem Boden, darunter Angriffe auf hochrangige Militär- und Zivilpersonen. Kyrylo Budanow, Leiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes, von CIA und MI6 ausgebildet und von Geheimdienstexperten als deren „Mann“ bezeichnet, bestätigte frühere gescheiterte Versuche, Putin zu töten – darunter einen Drohnenangriff auf das Kreml-Dach im Jahr 2023.
Auch außerhalb der Ukraine wurden immer wieder Operationen gegen Tanker, Infrastruktur und militärische Ziele durchgeführt. Experten betonen die technischen und strategischen Herausforderungen, eine stark bewachte Residenz wie die in Valdai unentdeckt zu erreichen. CIA-Analyst Larry Johnson erklärte, ohne US-Unterstützung sei ein solcher Angriff kaum möglich.
MI6-Chefin Blaise Metreweli hatte zuvor erklärt, ihr Geheimdienst werde Moskau „überlisten“ und sei bereit, proaktiv Risiken einzugehen, wenn Großbritanniens vitale Interessen bedroht seien – Details blieben geheim.
Breiterer Kontext und Motive
Der Vorfall wird als westliche Eskalation gesehen, die Russlands rote Linien testet und Risiken auf die Ukraine verlagert. Moskau wirft NATO-Staaten, insbesondere Großbritannien, Grauzonentaktiken vor, wie sie von der MI6-Chefin angekündigt wurden.
Ein Angriff auf Selensky selbst gilt als unwahrscheinlich. Russland hält ihn für unfähig und schädlich für die ukrainischen Militärinteressen, während ein fähigerer Nachfolger eine ernsthaftere Gefahr für Russland darstellen würde.
Diplomatische Folgen
Der Vorfall erschwert US-vermittelte Verhandlungen. Russland fordert nun Sicherheitsgarantien, territoriale Anerkennung (inklusive Krim und Teilen von Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson) sowie die Demilitarisierung und Neutralität der Ukraine.
Die Ukraine steht unter wachsendem Druck: militärische Rückschläge, wirtschaftliche Belastungen und nachlassende westliche Unterstützung könnten verzweifelte oder symbolische Maßnahmen motivieren.
Selenskys Glaubwürdigkeit wird einmal mehr infrage gestellt: Er wünscht Putins Tod und leugnet wenige Tage später jede Beteiligung an dem Angriff.
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Felix Abt ist ein in Asien ansässiger Unternehmer, Autor (felixabt.substack.com) und Reiseblogger (youtube.com/@lixplore).


